KAUFEN oder NICHT : Lila Frühstück

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Foto: Kai-Uwe Heinrich
Foto: Kai-Uwe Heinrich

Jedes Mal, wenn ich einen Supermarkt betrete, falle ich auf mindestens ein Werbeversprechen rein. Mit Vorliebe auf neue Geschmacksrichtungen bei Frischkäse. Von „Elsässer Flammkuchen“ über „Griechischer Salat“ bis „Bruschetta“ habe ich schon alles ausprobiert, was sich die Hersteller so einfallen lassen. Letzte Woche vor dem Kühlregal war es wieder so weit. Ich entdeckte einen Philadelphia, auf dem ein Milka-Logo prangte. Daneben stand: 14 Prozent Fett. Sieht aus wie Schokolade, schmeckt bestimmt so gut wie Nutella, dachte ich, nur mit viel weniger Kalorien und Fett. Ich griff zu.

Der Milka-Philadelphia sieht vielversprechend aus, dunkel-schokoladig und cremig. Doch schon beim ersten Bissen merke ich, dass ich Opfer einer optischen Täuschung geworden bin. Der Philadelphia hat zwar die Konsistenz einer sündhaften Schokoladencreme. Im Geschmack erinnert er mich aber an kalorien- und fettreduzierten Schokoladenjoghurt. Dabei hat auch er stolze 295 Kalorien pro 100 Gramm. Er schmeckt zudem stark säuerlich, und das kann ich besonders morgens früh nicht leiden.

Noch während ich lustlos auf meinem Toast herumkaue, wünsche ich mir, ich hätte die 1,35 Euro doch lieber in ein Glas Nutella mit doppelt so vielen Kalorien und Fett, dafür aber mit unvergleichlich mehr Geschmack investiert! Stattdessen bin ich auf ein lilafarbenes Logo hereingefallen – nur, weil ich die besagte Schokolade so gerne mag.

Die Milka-Philadelphia-Enttäuschung erinnert mich an mein erstes und einziges alkoholfreies Bier. Und an das Fazit, das ich vor Jahren daraus gezogen hatte: Genuss ohne Reue gibt es nicht.

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