KAUFEN oder NICHT : Nicht smooth genug

Gemahlene Früchte im Test.

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Foto: promo
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Als Teenager war ich überzeugt, Toast mit viel Nutella sei das perfekte Frühstück. Die zaghaften Versuche meiner Mutter, mich von einer gesunden Ernährung zu überzeugen, („Ich habe ganz leckere Birnen gekauft“) ignorierte ich. Inzwischen kann ich zugeben, dass meine Mutter Recht hatte. Im Supermarkt treibt mich deshalb mein schlechtes Gewissen jedes Mal zum Kauf gleich mehrerer Obstsorten. Im Laufe der Woche gibt es aber lauter Gründe, das Obst doch nicht zu essen: Ich verschlafe und lasse das Frühstück ausfallen, oder ich habe mehr Lust auf ein Croissant vom Bäcker. Das Obst in meiner Küche wird zum Vorwurf, und sieht jeden Tag ein bisschen weniger ansprechend aus.

Aber jetzt könnte alles anders werden: Ein Berliner Start-up hat die Lösung für Leute wie mich erfunden: „Lebepur“. Das sind fein gemahlene Früchte, 100 Prozent Bio, ohne Zusatzstoffe. Die Anleitung sagt, dass man damit in wenigen Sekunden einen Smoothie zaubern kann. Zudem ist das Pulver lang haltbar, die Fruchtfliegen können nichts damit anfangen.

Ich probiere Himbeerpulver, das schön pinkfarben leuchtet und lecker riecht. Nach Anleitung rühre ich drei Esslöffel in 200 Milliliter Wasser und schüttele den Drink 30 Sekunden lang. Das Ergebnis überzeugt mich nicht. Das Pulver klebt trocken im Mund, das dünnflüssige Getränk schmeckt zwar nach Himbeere, ist aber sehr sauer. Auch meine gesundheitsbewussten Freundinnen, denen ich das Getränk zu den Chips vorm Fernseher serviere, sind nicht begeistert. Zurück in der Küche probiere ich das Ganze mit Milch. So schmeckt der Smoothie cremiger und weniger sauer. Das Pulver aber bleibt trockener Fremdkörper.

Ich ernte enttäuschte Blicke und versuche die Eis-Variante. Auf der Seite Lebepur.de, wo man das Pulver für 9,99 Euro pro 200-Gramm-Beutel bestellen kann, sieht das ganz einfach aus: Banane klein schneiden, 45 Minuten ins Eisfach, dann mit ein bis zwei Esslöffeln Pulver in den Mixer. Das Ergebnis ist cremig und schön süß – mit Eis hat die schleimige Paste aber nichts zu tun.

Schließlich bleibt noch der Joghurt. Ich kippe ihn mit zwei Esslöffeln Pulver und ein paar Eiswürfeln in den Mixer. Und endlich schmeckt es, auch meine Freundinnen lächeln zufrieden.

Bis zum Ende des Fernsehabends wird das Ganze mit dem Beeren-Rote-Beete-Mix wiederholt. Das schmeckt besser, weil das Pulver sich leichter mit dem Wasser verbindet und der Mix aus Roter Beete, Äpfeln, Erd- und Himbeeren süßer schmeckt.

Das Fazit: Das Pulver ist praktisch, weil es haltbarer ist als frisches Obst und man es anders als tiefgekühlte Früchte gut transportieren kann. Zudem lässt sich damit leckerer Joghurt machen. Für Smoothies bleiben wir aber bei echten Früchten.

Das Testurteil: vier Punkte.

(0 Punkte: Hände weg und alle Bekannten warnen, 5 Punkte: Noch mal drüber schlafen, 10 Punkte: Sofort kaufen.)

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