KAUFEN oder NICHT : Nie mehr zum Kieferorthopäden

Moritz Gathmann testet einen Designerschnuller

Moritz Gathmann

Der Schnuller, ein Retter in der Not. Die meisten Kinder schlafen damit besser ein und lassen sich auch mal ruhigstellen, wenn die Mutterbrust gerade verhindert ist. Und laut verschiedenen Studien reduziert das Schlafen mit Schnuller sogar das Risiko des plötzlichen Kindstodes. Aber welcher ist der beste für meine Kleine? Mam, Chicco, Avent, Nuby? Oder dieser Neue? Der „Genius Beruhigungssauger“? Laut Hersteller und Marktführer Nuk ist der eine Weltneuheit.

Den Genius gibt es in drei Größen – für 0 bis 6 Monate, 6 bis 18 Monate und ab 18 Monaten. Kostenfaktor: 4,49 Euro. Für einen Schnuller ist das happig. Andere Modelle kosten im Doppelpack drei Euro. Aber gut, schließlich hat Nuk Entwicklungsarbeit geleistet und zwar „mit Dr. med. dent. Hubertus von Treuenfels und auf Basis neuester medizinischer und technischer Erkenntnisse“. Da kann man schon mal ein, zwei Euro drauflegen.

„An der bewährten Nuk-Form hat sich beim neuen Genius nichts geändert“, sagt der Hersteller. Und wofür dann 4,49 Euro? Für die Integration von Luftkanälen innerhalb des Lutschteils und eine zusätzliche Aushöhlung an der Unterseite. Dadurch, so erklärt von Treuenfels, entstehe mehr Freiraum für die Zunge und weniger Druck auf Kiefer und Zähne. Ergo: Der Nuk Genius imitiert perfekt die Brustwarze und beugt Zahnfehlstellungen vor.

Das mit der perfekten Imitation kann ich so weit bestätigen. Die Vorbeugefunktion bestätigt natürlich der Kieferorthopäde Hubertus von Treuenfels. Die leisten aber offenbar auch viele andere Schnuller. Kann es der Genius noch besser? Das kann leider erst in ein paar Jahren beantwortet werden, wenn meine Kleine ihren ersten Zähne bekommt. Wenn sie dank Genius nie die Praxis eines Kieferorthopäden betreten muss, schicke ich Nuk einen Blumenstrauß. Ehrenwort.

Dass das Kind mit dem „Beruhigungssauger“ besser einschläft als mit den anderen, billigeren Modellen, lässt sich nach dem Einmonatstest nicht bestätigen. Gut ist aber jetzt schon, dass der Ring eng am Genius anliegt. So kann das Kind den Schnuller nicht so leicht aus dem Mund ziehen, um dann überrascht aufzuwachen. Außerdem verhindert das Druckstellen. Andererseits: Nachts im Dunkeln lässt sich für Vater mit schlaftrunkenen Augen ein etwas abstehender Ring leichter finden.

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