KAUFEN oder NICHT : Revolution mit Ohren

Sebastian Leber testet einen elektronischen Wunderhasen

Sebastian Leber

In den Achtzigern gab’s das Monchhichi, das hatte weiches Fell und konnte seinen Plastikdaumen in den Plastikmund stecken. In den Neunzigern kam das Tamagotchi, das lebte nur auf einem winzigen LED-Schirm und das meistens auch nicht sehr lange. Jetzt kommt Nabaztag, ein weißer Kunststoffhase. Mit beweglichen Ohren und Leuchtdioden. Das Tier ist unbestreitbar niedlich, aber vor allem soll es nützen: Wer es einmal geschafft hat, mit seinem Computer eine kabellose Verbindung zum Nabaztag aufzubauen, kann dem High-Tech-Hasen zahllose Aufgaben übertragen. Zum Beispiel, Laut zu geben, wenn man eine neue E-Mail geschickt bekommt – und diese dann vorzulesen. Er kann auch Sportergebnisse, Börsenkurse oder Wettervorhersagen vortragen. Oder er weckt morgens zu einer vorgegebenen Zeit mit einem zufällig ausgewählten, geistvollen Spruch. Die Stimme klingt leicht blechern, ist aber gut verständlich. Der Nabaztag kann auch Musik abspielen und dazu seine Ohren kreisen lassen. Wirklich praktisch ist er deshalb, weil er auch dann arbeitet, wenn der Computer ausgestellt ist. Leider funktioniert die Installation nicht immer einfach, statt der versprochenen zehn Minuten kann man auch leicht eine Stunde damit verbringen, wenn man technisch nicht versiert ist. Mac-Besitzer haben es hier wieder mal einfacher. Der Preis liegt bei rund 130 Euro, eine Liste von Online-Shops, die das Gerät führen, findet man im Internet unter der Adresse www.nabaztag.com. Inzwischen haben ihn auch die Galeries Lafayette im Angebot. Während das Tamagotchi ständig gefüttert und gepflegt werden wollte und dann zum Dank trotzdem das Zeitliche segnete, kann der Nabaztag eine echte Hilfe sein. Aber ein bisschen nervt auch er: Erhält der Hase ein paar Tage lang keine neuen Mails, stellt er beleidigt die Ohren schräg.

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