KAUFEN oder NICHT : Saugnäpfe fürs Segelboot

Annette Kögel testet Wet-Shoes

Annette Kögel

Eins vorab: Die Testerin ist keine Schuhfetischistin. Sie hat nicht 600 Manolo Blahnik im Schrank. Aber vier Paar Neoprenschuhe in der Windsurftasche; jenes von der hawaiianischen Surferkultinsel Maui wird hoch und heilig geehrt. Nun buhlt ein artverwandtes Paar Freizeitschuhe um die Gunst der Kundin. Die sind aber für den Alltag gedacht, nicht fürs Brett.

Sie leuchten in der frischen Farbe des Sommers, die Bänder sind meertürkis und lemonbierfarben, der Grundton ist hell, aber schmutzanfällig. Es sind die „Wet-Shoes“ eines des renommiertesten amerikanischen Herstellers von Wassersportschuhen, der Firma Sebago. Sie sparen Zeit: Man muss nicht erst Schnürsenkel aufknüppern, sondern schlüpft einfach hinein. Den Fuß weist eine hochgezogene Neoprenlasche an seinen Platz.

Neopren wärmt uns Surfer schön, beim Testlauf mit den „Wet-Shoes“ bei einem Surffestival auf der Ostseeinsel Fehmarn kam die Trägerin in den atmungsaktiven, wasserabweisenden Schuhen trotz Sonne nicht ins Schwitzen. Abgesehen davon ist so eine Neopreneinfassung praktisch: Wenn man über den Strand läuft, rieselt kein Sand herein. Das Schnürsystem mit integriertem runden Plastikregler ist aber erfahrungsgemäß verschleißanfällig.

Der totale Bringer sind bei den Schuhen die Saugnäpfe an der Gummisohle. Sie sind der Natur nachempfunden – mit dieser Technik können sich etwa Kraken oder Geckos an Steinen beziehungsweise Häuserwänden festsaugen. So standfest war ich noch nie. Ob Mineralwasser auf den Wohnwagenboden tropft, Gischt aufs Segelbootdeck weht oder man Felsen an der Steilküste hinaufklettert – keinerlei Rutschgefahr. Im Gegenteil, manchmal hat man das Gefühl, regelrecht festgeschweißt zu sein. Aber Achtung: Wer die Schuhe, die es ab 89 Euro gibt, übers Internet kaufen will, sollte sie gleich eine Nummer kleiner bestellen. Sie fallen riesig aus.

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