KAUFEN oder NICHT : Schont Stimme und Nerven

DAS TESTURTEIL0 Punkte: Hände weg und alle Bekannten warnen, 5 Punkte: Noch mal drüber schlafen, 10 Punkte: Sofort kaufen

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Foto: promo
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Wer seine Kinder nicht vor dem Fernseher parkt, kennt das Problem: Spätestens gegen elf Uhr in der Früh schwillt der Bocksgesang an – und die Bagage will gelüftet sein. Glücklicherweise sind unsere Kleinen im fahrradfähigen Alter und da bietet sich im Sommer ein gemeinsamer Ausritt an. Wir warnen aber Nachahmer: Wer sich zu viel vornimmt, fährt am Ende zwei Räder und trägt das Kind auf der Schulter. Da kommt die Fahrradkupplung „FollowMe“ für 250 Euro gerade recht (Händler unter www.followme-tandem.com). Sie verbindet das Rad des Kindes (12 bis 20 Zoll) fest mit dem elterlichen durch eine Kupplung. Das System ersann ein ähnlich geplagter Familienvater aus der Schweiz, Stahlbauer von Beruf. Bei der Übergabe des Testgeräts riet er aber eindringlich dazu, die aufwendige Montage einer Fachwerkstatt zu überlassen – und sogar deren Mitarbeiter fluchten nach getaner Arbeit noch gehörig. Aber damit wäre auch schon der Abzug eines Punktes begründet.

Sonst gibt es nur Positives zu berichten: Die Kupplung ist nicht wie bei ähnlichen Systemen unter dem Sattel montiert, sondern bei beiden Rädern an der Nabe befestigt. So bleibt das Zugrad stabil, auch wenn das Kind auf dem gezogenen Fahrrad mal herumzappelt. Motivierend ist für den Nachwuchs ferner: Tritt das Kind in die Pedale, dann gibt es Schub für beide Räder, ganz so wie beim Tandem. Ein paar Handgriffe braucht es außerdem nur, um das Kinderrad ein- oder auszuklinken. Das lobt sogar meine Ehefrau, zu deren Kerntugenden Geduld sonst nicht zählt.

Schwieriger wird es, wenn man ein anderes Kinderrad bei sich einklinken will. Hier sollte man ein zusätzliches „Befestigungsset“ für 40 Euro kaufen – also eine weitere Radnabe, an der die Kupplung eingehakt werden kann. Das erspart es, jedes Mal die Befestigungsnabe am anderen Kinderrad auszubauen.

Das Geld für die Follow-Me-Kupplung ist gut investiert. Die Stiftung Warentest befand die Konstruktion für gut. Zumal sie Nerven und Stimme der Eltern schont: Das Kind auf dem mitgeführten Rad bleibt auch ohne Ermahnungen stur auf elterlichem Kurs. Ach gäbe es ähnliche Hilfen doch für andere Lebenslagen!

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