KAUFEN oder NICHT : Sprühen, wischen, saugen

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Foto: promo
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Ich muss dringend meine Fenster putzen. Nicht, dass ich pingelig wäre. Aus meinen vorherigen Wohnungen bin ich immer ausgezogen, bevor ich nicht mehr durch die Scheiben gucken konnte. Mein Vormieter hat das offenbar genauso gemacht. Um ehrlich zu sein, weiß ich gar nicht, wie man richtig Fenster putzt. Meine Mutter ist eine emanzipierte Karrierefrau, die rief dafür einen Fachmann. Meine Großmutter wiederum ist eine so perfekte Hausfrau, die erledigte den Fensterputz, bevor wir zu Besuch kamen. Ich habe mich im Internet erkundigt, die meisten User putzen mit Zeitungspapier.

Mir widerstrebt die Vorstellung, das Ergebnis unserer harten Arbeit durch den Dreck zu ziehen. Außerdem scheint mir das Prozedere recht aufwendig: Erst alle Fenster mit dem Lappen einseifen, dann mit klarem Wasser abwaschen (Achtung, tropft) und mit Papier trockenrubbeln, für streifenfreie Sauberkeit. Ich wohne in einem Altbau mit zweistöckigen Doppelglasfenstern. Das macht 104 Flächen.

Zum Glück gibt es heute für alles technische Hilfsmittel, einen Fensterreiniger der Firma Kärcher zum Beispiel (Modell WV 50 Plus, unverbindliche Preisempfehlung 69,99 Euro). Das Produkt setzt sich zusammen aus einer herkömmlichen Sprühflasche mit Wischaufsatz und einer Art Handstaubsauger mit einem Gummiabzieher vorne dran.

Damit putzen sich die Fenster von alleine, wirbt der Mann, der mir die Bedienung erklärt. Er habe den WV 50 Plus auch zu Hause. Die Bedienung überlasse er natürlich seiner Frau. Ich denke an meine Mutter, lächele freundlich und notiere drei Punkte Abzug.

In der Küche fange ich an. In die Flasche fülle ich Kärchers Spezialreiniger, der Streifenbildung verhindern und sogar die „Wiederanschmutzung“ verlangsamen soll. Vier Füllungen kosten 6,99 Euro. Ich sprühe das Zeug auf die Scheibe und verteile es mit dem Wischer. Dann kommt der Sauger. Er ist akkubetrieben, leicht, und saugt, während man mit dem Abzieher von oben nach unten fährt, Flüssigkeit und Dreck in sich hinein.

Sprühen, wischen, saugen, es geht erfreulich schnell und tropft fast gar nicht. Nach dem Küchenfenster (macht 16 Scheiben) ist der Wischer aber dreckig. Ich nehme ihn ab, wasche ihn mit klarem Wasser aus und lege ihn kurz zum Trocknen. Derweil betrachte ich mein Werk. Das Haus gegenüber ist also braun, nicht grau. Ein paar Streifen sehe ich auch, aber ich bin ja nicht pingelig.

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