KAUFEN oder NICHT : Technologiebörse ohne Technik Klappt ganz gut

DAS TESTURTEIL0 Punkte: Hände weg und alle Bekannten warnen, 5 Punkte: Noch mal drüber schlafen, 10 Punkte: Sofort kaufen.

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Kein Handel. An der US-Technologiebörse Nasdaq sind 3000 Unternehmen notiert, darunter Apple, Google und Microsoft. Am Donnerstagabend lief für drei Stunden nichts. Foto: AFP
Kein Handel. An der US-Technologiebörse Nasdaq sind 3000 Unternehmen notiert, darunter Apple, Google und Microsoft. Am...Foto: AFP

Berlin - Das Kursbild erinnerte an ein EKG von einem Herzstillstand. Eine waagerechte Linie zog sich am späten Donnerstagabend über die Anzeigetafel der US-Technologiebörse Nasdaq, an normalen Tagen zittert die Kurve nervös auf und ab. Drei Stunden lang war der Handel mit 3000 Aktien in New York unterbrochen, Blackout an der weltgrößten Technologiebörse. Alle Aufträge, die zwischen 18.23 Uhr und der Wiederaufnahme des Handels um 21.25 Uhr deutscher Zeit eingingen, wurden gestrichen.

Grund für den längsten Ausfall in der jüngeren Geschichte der Nasdaq, wo Konzerne wie Apple, Google oder Microsoft notiert sind, sei ein Softwareproblem mit dem Datenstrom gewesen, sagte Nasdaq- Chef Robert Greifeld am Freitag. Das System müsse verbessert werden. Er könne aber nicht versprechen, dass nie wieder ein Problem auftreten werde. „Wir streben Perfektion an und wenden dafür eine Menge Zeit auf. Gestern haben wir es aber nicht geschafft“, sagte Greifeld.

Der Börsenchef beeilte sich hinzuzufügen, dass er keine Schadensersatzforderungen fürchte. Die Nasdaq sei als Betreiber zwar für ein stabiles Handelssystem verantwortlich, sagte Greifeld dem US- Fernsehsender CNBC. Der Umgang mit der dreistündigen Zwangspause biete aber keinen Anlass für Haftungsansprüche. Kein Anleger habe aus dem Handelsstopp einen Vorteil ziehen können. „Alle waren zur selben Zeit im selben Boot.“ Die Nasdaq habe sofort reagiert und sich ausreichend Zeit gelassen, um den Handel wiederaufzunehmen. Inzwischen sei der Fehler behoben.

Die Deutsche Börse AG in Frankfurt am Main war vom Blackout in Übersee nicht mehr betroffen – sie war zum Zeitpunkt der Handelsunterbrechung am Donnerstagabend bereits geschlossen. „Es gab keine größeren Verwerfungen“, sagte ein Sprecher auf Anfrage. Ähnliche Ausfälle wie in New York seien in Frankfurt sehr unwahrscheinlich. „Das Handelssystem ist zu 99,999 Prozent ansprechbar“, sagte der Sprecher. Die Software der Deutschen Börse sei auf dem „neuesten Stand der Technik“. Die letzte nennenswerte Handelsunterbrechung von einer Stunde habe es wegen technischer Probleme in Frankfurt vor etwa anderthalb Jahren gegeben.

An der Nasdaq hatten die Techniker das Software-Problem angeblich bereits nach 30 Minuten im Griff. Zeit brauchte dann am Donnerstagabend die Abstimmung mit allen Börsenbetreibern, Aufsehern und Marktteilnehmern, um einen geordneten Neustart des Handels zu gewährleisten. Auch US-Präsident Barack Obama ließ sich informieren. Händler und Banken hatten den Börsenbetreiber vor einem hektischen Neustart gewarnt, um Turbulenzen in einem nervösen Markt zu vermeiden.

Da es in den USA allerdings insgesamt 13 Börsen und mehr als 50 außerbörsliche Handelsplattformen gibt, hatten amerikanische Anleger ausreichende Ausweichmöglichkeiten. „In Europa und auch in Deutschland wäre eine so lange Unterbrechung problematischer, weil es weniger Wettbewerb gibt“, sagte der Sprecher der Deutschen Börse.

Insgesamt wurden in den USA am Donnerstag nur rund 4,4 Milliarden Aktien gehandelt, 30 Prozent weniger als im Durchschnitt der vergangenen drei Monate. Nur einmal in den vergangenen fünf Jahren wurde an einem vollen Handelstag weniger Umsatz gemacht.

Es war keine gute Woche für die US-Börsen. Bereits am Dienstag hatte die US-Investmentbank Goldman Sachs wegen technischer Probleme massenhaft fehlerhafte Kaufaufträge an die Optionsmärkte geschickt. Daraufhin brauchten die Börsenbetreiber in New York fast einen ganzen Tag, um die Order durchzuschauen und zu streichen.

Die Technologiebörse Nasdaq gilt ohnehin als anfällig für technische Pannen. So waren zum Beispiel die Nasdaq-Systeme beim verunglückten Börsengang von Facebook im Frühjahr 2012 der Flut von Kauf- und Verkaufsaufträgen nicht gewachsen, wie die Börsenaufsicht SEC feststellte. Sie verdonnerte den Börsenbetreiber daraufhin zu einer Rekordstrafe von zehn Millionen Dollar.

Am Donnerstagabend setzte die SEC nach dem Nasdaq-Blackout ein Treffen von führenden Köpfen der Wall Street an, um ein „andauerndes und geordnetes“ Funktionieren des Börsenhandels sicherzustellen. mit rtr, dpa

Faltradfahrer sind selten ein würdevoller Anblick. Eher sehen sie wie Dackelreiter aus, was weniger am Menschen liegt als am Gefährt. Und dann kommen Laien daher und erzählen, dass sie „früher auch mal so ein Klapprad“ hatten. Das ist eine Beleidigung für das Dahon Vybe, das ein Vielfachfalter ist: Mit – teils gegen versehentliches Lösen gesicherten und gut greifbaren – Schnellspannern lassen sich nicht nur Rahmen- und Lenkerrohr umklappen, sondern auch Sattel- und Lenkerstütze tief einfahren und die Lenkstange samt Bremsgriffen wegdrehen. Klappt man zusätzlich die Pedale ein, bleibt ein mit 33x80x70 Zentimetern kompaktes Paket, das in den Kofferraum eines Kleinwagens passt. Oder in die U-Bahn, aber in überfüllten Zügen hat man mit Sperrgepäck in keinem Fall Spaß, und bei weniger Andrang kann man das Rad auch Rad sein lassen – zumal seine 12,5 Kilo eher fürs Rollen als fürs Schleppen sprechen.

Mitnehmen funktioniert also gut. Und Fahren? Beim Ampelstart kann man die 28er-Riesen locker abhängen, enge Kurven im Großstadtgetümmel gehen wunderbar, und dank der stabilen Rohre wird die Fuhre selbst bei flotter Fahrt und mit kleinem Gepäck (für großes ist eh kein Platz) nicht zittrig. Aber nach etwa einer halben Stunde fühlt man sich wie der Duracell-Hase und wünscht sich eine Pause. Es liegt wohl an den kleinen 20-Zoll-Rädern, die schnell in Schwung kommen, aber eben auch schnell wieder raus – zumal die schlichte Siebengangkettenschaltung so eng abgestimmt ist, dass die Übersetzung weder für Berge noch für flotte Touren mit Rückenwind reicht. Außerdem vermitteln sie zumindest anfangs ein nervöses Fahrgefühl. Nimmt man auf einer Holperstraße vor dem Abbiegen eine Hand vom Lenker und dreht sich obendrein kurz um, fühlt man sich wie kurz vor dem Sturz. Aber mit der Routine kommt die Sicherheit.

Für 499 Euro gibt es also im Wortsinn ein solides Gesamtpaket. Hätten wir drei Wünsche frei, nähmen wir eine andere Schaltung und fest am Lenker sitzende Griffe, die ebenso wie der Sattel schwarz sein sollten. Das Weiß sieht schon nach dem Auspacken schmuddelig aus. Das hat das Rad nicht verdient. Stefan Jacobs

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