KAUFEN oder NICHT : Teurer Mythos

Die Kompaktkamera Leica D-Lux 6 im Test.

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Foto: promo

Der Name Leica war einst ein ganz großer in der Welt der Fotografie. Als ich zum ersten Mal mit 14 Jahren einen Fotoladen betrat, empfahl mir der Verkäufer am Ende der Beratung das Produkt der Kameraschmiede aus Wetzlar. Für mich aber war damals die Leica R, die dort in einer gläsernen Vitrine stand, unerschwinglich.

So war die Vorfreude groß beim Auspacken der D-Lux 6. Eine Leica! Der erste Blick erfüllte zunächst die hohen Erwartungen. Das schlichte und kompakte Design des Metallgehäuses gefiel sofort. Aber wo ist der Sucher? Ein Blick in die Anleitung erklärt: Den gibt es nur als elektronisches Extra, das man dazukaufen muss. Ansonsten lässt sich aber auch gut mit dem drei Zoll großen Display der Kamera arbeiten.

Also raus in die Stadt und Bilder schießen! Die Bedienung der D-Lux 6 ist leicht. Für Anfänger stehen die üblichen Automatik-Modi bereit. Aber versierte Benutzer finden sich auch schnell mit den manuellen Funktionen zurecht. Die Leica sieht die Welt mit einem 1,17 Zoll großen CMOS-Bildsensor. Das ist überdurchschnittlich. Zudem macht Leica den Pixelwahn nicht mit und beschränkt sich auf zehn Megapixel. Dadurch zeigen die Aufnahmen kaum Rauschen oder andere Bildstörungen. Nach Jahren des Fotografierens mit japanischer Plastikware ist die Leica also eine erfreuliche Abwechslung.

Sehr schön ist auch der Ausstattungsumfang. In der Kamera gibt es Full-HDVideos, einen HD-Filter und einen Panorama-Assistenten. Als Zugabe gibt es noch eine vollwertige Bildbearbeitungssoftware.

Weniger schön ist der stolze Preis der Leica von 699 Euro. Der lässt sich auch durch den Kauf im Internet kaum reduzieren. Ein ähnliches Modell von Panasonic kostet deutlich weniger. Der Mythos kostet eben. Auch daran hat sich seit meinem ersten Besuch im Fotoladen nichts geändert.

DAS TESTURTEIL: 7 Punkte

(0 Punkte: Hände weg und alle Bekannten warnen, 5 Punkte: Noch mal drüber schlafen, 10 Punkte: Sofort kaufen.)

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