KAUFEN oder NICHT : Tückische Liebe

Yasmin El-Sharif testet eine Mini-Kaffeepadmaschine

Yasmin El-Sharif

Gibt es zwischen Mensch und Maschine so etwas wie Liebe auf den ersten Blick? Ich meine, ja. Erst vor wenigen Wochen habe ich genau das erlebt. Und genau wie sonst auch kam sie völlig unvermittelt. Bei mir ergab sich Folgendes: Beim Einkaufsspaziergang in einem großen Kaufhaus verirrte ich mich in die Haushaltswarenabteilung, wo ich mich sonst so gut wie nie aufhalte. Schnell wollte ich vor den Hunderten von Töpfen und Pfannen fliehen, doch auf dem Weg nach draußen versperrte mir ein Regal mit ausgestellten Messeneuheiten den Weg. Und da sah ich sie zum allerersten Mal: die Mini-Kaffeepadmaschine von WMF. Heiß sah sie aus, wie sie da stand in ihrem weiß-roten kantigen Design. Elegant und vollkommen unaufdringlich. Ohne zu zögern, entschloss ich mich, sie mit nach Hause zu nehmen. Doch dann die erste Enttäuschung an der Kasse: 129 Euro kostet die angeblich kleinste Kaffeepadmaschine der Welt. Ich schluckte. Und entschied mich, es zumindest mal mit ihr zu versuchen.

Zu Hause dann die erste Annäherung. Langsam kippte ich Wasser in den Schlitz auf ihrer Oberseite. Ganz wenig nur, weil das Fassungsvermögen der Minimaschine entsprechend klein ist und sonst alles überläuft. In ihre vordere Öffnung, oberhalb der integrierten Tasse, legte ich ein Pad (einen kleinen, mit Kaffee gefüllten Beutel), den ich noch von anderen gescheiterten Beziehungen zu Kaffeepadmaschinen parat hatte. Anschließend musste ich nur noch den runden Knopf an ihrer Vorderseite drücken – und das Wasser in der Maschine fing an zu brodeln. Die WMF war sehr schnell. Nach maximal einer Minute hatte sie mir den gewünschten Kaffee fertig gebrüht. Toll, dachte ich. Doch als ich sah, wie wenig Flüssigkeit die ohnehin kleine Tasse enthielt, war ich traurig. Ich liebe große Tassen Kaffee, dazu viel Milch. Beides war hier so nicht vorgesehen. Innerhalb kürzester Zeit musste ich also die zweite Enttäuschung mit der Mini-Kaffeepadmaschine hinnehmen. Die dritte folgte alsbald.

Bei der ganzen Aufregung hatte ich nämlich vergessen, dass ich ja nicht allein in der Wohnung war. Mein Mann schaltete sich nun also ein und wollte auch einen Kaffee von meiner WMF. Eigentlich wollte ich die Maschine für mich allein, ich gab aber nach. Schnell mussten wir jedoch feststellen, dass dem gemeinschaftlichen Kaffeetrinken Grenzen gesetzt waren. Denn die WMF-Kaffeepadmaschine hatte in meinem Fall nur eine mitgelieferte Tasse. Andere Tassen, die man üblicherweise sonst zu Hause hat, sind nicht kompatibel. Selbst schlanke Teegläser nicht.

Schließlich kam ich zu der Erkenntnis: Die Mini-Kaffeepadmaschine und ich, wir passen nicht so richtig zusammen. Ich habe mich deshalb vor wenigen Tagen von ihr getrennt. Aber wir bleiben gute Freunde.

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