KAUFEN oder NICHT : Was glänzt

DAS TESTURTEIL0 Punkte: Hände weg und alle Bekannten warnen, 5 Punkte: Noch mal drüber schlafen, 10 Punkte: Sofort kaufen.

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Foto: promo
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Wenn das kein Versprechen ist: gereinigtes Silber binnen dreißig Sekunden – „ohne zu reiben“. Der Traum einer jeden Hausfrau. Plötzlich gerät die kugelige Teekanne in den Blick, deren stumpf gewordener Bauch auf dem Küchenregal bisher geflissentlich übersehen wurde. Das moderne Zaubermittel heißt „Silverstar“ – eine metallene Platte, in die Sterne eingestanzt sind. Das Ding, das es etwa bei Pro-Idee für 19,95 Euro gibt, muss nur in einen Bottich mit heißem Wasser und Kochsalz gelegt werden, rein mit der angelaufenen Kanne und schon soll das Wunder geschehen. Nur passiert leider nichts. Ob es an der Kanne liegt, deren Talmiglanz nicht mehr zu helfen ist? Einmal im Reinigungsrausch kommt gleich das gesamte Silberbesteck hinterher. Messer, Gabeln, Suppen-, Dessertlöffel, sogar Obstbesteck aus dem großmütterlichen Erbe. Irgendwann muss es doch klappen, bei irgendeinem Serviergäbelchen die Magie funktionieren. Vielleicht beim Schiebelöffel mit Monogramm, mit dem schon mein Vater seinen ersten Brei verputzte? Aber nein, die Elektronen wollen sich nicht frei tummeln, die durch die „Silverstar“-Speziallegierung angeblich freigesetzt werden. Die Teekanne, das Besteck befinden sich in einer zu innigen Verbindung mit ihrer Patina. Die Folge: doch wieder übliches Putzmittel gekauft, das schon ganz weit hinten im Schrank liegt. Und die Teekanne muss weiter warten.

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