KAUFEN oder NICHT : Weihnachten im Sommer

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Foto: promo
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Dieses Gerät bringt zwei Dinge zusammen, die eigentlich nicht zusammenpassen: Den Sommer und das Weihnachtsfest. „Ziemlich albern, das Ganze“, sagte meine Frau, als ich bei gefühlten 55 Grad Mittagshitze die zwölf Meter lange Lichterkette aus der Pappschachtel zog und begann, das Kabel mit den 100 Leuchtdioden um das Geländer unseres Balkons zu wickeln. Dann schraubte ich den mitgelieferten Plastikdorn an das zugehörige Solarmodul, das nicht größer ist als zwei Zigarettenschachteln, schob eine Pflanze beiseite und steckte das Ganze in die Erde, um es zur Sonne auszurichten. Wie feiern eigentlich die Australier Weihnachten?

Meine Frau las die Angaben auf der Schachtel: „Acht verschiedene Leuchtprogramme? Das ist doch peinlich.“ So was Ähnliches hat sie auch gesagt, als ich das Taschenmesser mit den 84 Werkzeugen getestet habe. Warum kann sie nicht die Erotik erkennen, die entsteht, wenn man technisch eigentlich recht simple Dinge kreativ miteinander verbindet? Da kann etwas ganz Neues entstehen.

Bei mir jedenfalls hat’s geknistert, als die Sonne am Nachmittag auf den Balkon brezelte. Das Modul erzeugt zwar nur ein Watt Leistung, der integrierte Akku aber soll für fünf Stunden Dauerleuchten genügen. Wenn man die Lampe in Blinkmodus stellt, sogar zwölf Stunden. Letzteres habe ich auch ausprobiert – aber keine fünf Minuten lang. Der Wein in einer lauen Sommernacht schmeckt nicht bei Diskolicht. Im Dauerlicht-Modus aber ist die Kette ein angenehmer Lichtspender. Und einen Regenschauer überlebt das Ganze auch. In einem vollschattigen Garten funktioniert das Konstrukt nicht, sagt der Hersteller Esotec aus der Oberpfalz. Und auch der Preis von 34,90 Euro (zum Beispiel bei www.proidee.de) wirkt lustdämpfend. Nur deshalb zwei Punkte Abzug.

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