KAUFEN oder NICHT : Weltpolitik in der Badewanne

DAS TESTURTEIL0 Punkte: Hände weg und alle Bekannten warnen, 5 Punkte: Noch mal drüber schlafen, 10 Punkte: Sofort kaufen.

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Foto: promo
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Wo man hinschaut, überall bläht, blubbert und birst es. Selbst im langweiligen deutschen Häusermarkt haben Finanzfachleute nun eine Blase ausgemacht, ähnlich wie schon in Spanien, dereinst an der Wall Street oder in der New Economy. Das Tückische an den Blasen ist, dass sie sich stets urplötzlich verflüchtigen, großes Wehklagen und leere Portemonnaies hinterlassen. Höchste Zeit, sich dem Phänomen zu nähern. Das geht nun sogar in der heimischen Badewanne, einer Firma namens Newgen Medicals sei Dank. Sie verkauft einen Apparat, der aus dem Waschzuber einen echten Whirlpool machen soll. Dazu saugnapft man eine Plastikmatte in die Wanne und verbindet sie per Schlauch mit einem externen Gebläse. Ein Knopfdruck, und im Wasser wachsen und platzen die Blasen, dass es dem Kapitalismusnörgler eine wahre Freude sein muss. Sogar verschieden starke Blubberstufen lassen sich einstellen, auf Wunsch mit Wohlfühlaroma. So lässt sich Krise aushalten.

Leider lernen wir auch, warum Blasen immer mit Radau verbunden sind – das Gebläse arbeitet etwa so dezent wie ein Fön auf voller Stufe. Und die Fernbedienung hat derweil Mühe, sich beim Gerät Gehör zu verschaffen. Fazit: Marktskeptiker können mit der Matte nun auch daheim über Weltpolitik sinnieren, statt zwischen windumtosten Bankentürmen zu protestieren, Gehörschwache entspannen angesichts des Preises von knapp 70 Euro günstig und Kinder sowieso. Unsere wollten die Wanne gar nicht mehr verlassen.

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