Wirtschaft : Kaufen, sanieren, verkaufen

Wie ausländische Fonds vorgehen

-

Kapital sammeln. Beteiligungsgesellschaften wie PrivateEquity-Fonds beschaffen sich ihr Kapital bei großen Privatanlegern – aber nicht über die Börse. Die Branche spricht dann vom „Fundraising“: Investoren wie Stiftungen, Pensionskassen und Versicherungen stecken einen Teil ihres Geldes in solche auf Beteiligungen spezialisierte Fonds. In den USA investieren Pensionskassen bis zu zehn Prozent ihrer Mittel in Private Equity. Sie erwarten eine Rendite, die höher liegt als die, die sie mit Aktien oder Anleihen erzielen können. Schätzungen zufolge stehen so weltweit 200 Milliarden Dollar für neue Investments zur Verfügung. Zu den größten ausländischen Fonds gehören Blackstone, Kohlberg, Kravis &Roberts (KKR), Apax, Carlyle, BC Partners, Advent, Investcorp oder CVC.

Objekte suchen. Die Fonds suchen Unternehmen oder Konzernteile, die als unterbewertet und attraktiv gelten. Dabei werden Investmentbanker, Wirtschaftsprüfer und Berater eingeschaltet. Deutschland ist hier spannend, weil sich die Verflechtungen der Deutschland AG auflösen und Großkonzerne Geschäftsbereiche und Beteiligungen verkaufen. Besonders gefragt waren zuletzt Wohnimmobilien – so ist die Deutsche Annington, eine Tochter des Londoner Finanzinvestors Terra, größter Wohnungsanbieter in Deutschland. Auch die Finanzbranche gilt als lohnendes Ziel. So erwägt der US-Investor Blackstone hier Beteiligungen, wie der deutsche Geschäftsführer, Hanns Ostmeier, jüngst ankündigte.

Geld ausgeben. Nach einer eingehenden Prüfung der Bücher (Due Diligence) werden das Unternehmen oder der Unternehmensteil gekauft. Häufig wird dazu eine eigene Erwerbergesellschaft gegründet. Die Investoren nehmen in der Regel für die Kaufpreiszahlung Schulden auf, die auf die erworbene Firma übertragen werden. Diese muss Zinsen zahlen und die Kredite tilgen. In einigen Fällen wurden Unternehmen so belastet, dass sie unter der Kreditschuld zusammenbrachen. Die Finanzinvestoren hebeln mit der Konstruktion ihre Rendite auf das von ihnen eingesetzte Eigenkapital nach oben. Im Fachjargon spricht man vom „Leverage“- Effekt. Je größer der Hebel, desto lukrativer das Geschäft. mot

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben