Wirtschaft : Kaufhof will länger arbeiten lassen Im Gegenzug soll es eine Jobgarantie bis 2013 geben

Köln/Berlin - Kaufhof bietet den rund 20 000 Beschäftigten in seinen 113 Warenhäusern eine Jobgarantie bis Ende 2013 – im Gegenzug sollen die Mitarbeiter aber viereinhalb Stunden mehr pro Woche ohne Lohnausgleich arbeiten. Die Geschäftsführung habe dem Gesamtbetriebsrat ein Bündnis zur Beschäftigungssicherung angeboten, sagte eine Unternehmenssprecherin am Freitag in Köln.

Nun würden Gespräche darüber beginnen. Sollte an deren Ende eine Betriebsvereinbarung stehen, dann sichere das Unternehmen zudem eine Auszubildendenquote von zehn Prozent zu. Kaufhof würde sich zudem verpflichten, mindestens 70 Prozent der Azubis zu übernehmen.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi reagierte empört. Eine Erhöhung auf 42 Stunden Wochenarbeitszeit bei gleichem Lohn sei „eine Lohnsenkung durch die Hintertür und vollkommen inakzeptabel“, erklärte die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Margret Mönig-Raane. Mit dem Versuch, über eine Arbeitszeitverlängerung Personalkosten zu senken, solle die Tochter des Handelskonzerns Metro lediglich für den geplanten Verkauf an einen Investor „aufgehübscht“ werden. Angesichts der guten wirtschaftlichen Situation der Warenhauskette sollte eine Beschäftigungssicherung „selbstverständlich sein“, erklärte Mönig-Raane. Die in Aussicht gestellte Ausbildungs- und Übernahmequote sei angesichts der demografischen Entwicklung ohnehin notwendig, erklärte die stellvertretende Verdi-Chefin. Sie diene nur dem Zweck, den Beschäftigten Sand in die Augen zu streuen.

Die Kaufhof-Sprecherin betonte, die Entscheidung über die Verlängerung der Arbeitszeit und die damit verbundene Jobgarantie werde, sofern sie denn vereinbart werde, für jeden Mitarbeiter freiwillig sein. AFP

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