Kaufofferte : Barclays will IT-Großhändler Computerlinks übernehmen

Der Finanzinvestor Barclays Private Capital will den Münchner IT-Großhändler Computerlinks übernehmen - und legt dafür rund 104 Millionen Euro auf den Tisch. Computerlinks begrüßt das Angebot.

MünchenWie das Unternehmen Computerlinks am Dienstag in München mitteilte, bietet die zur britischen Großbank Barclays gehörende Gesellschaft Barclays Private Capital 15,50 Euro je Aktie. Dies entspricht einer Prämie auf den Schlusskurs vom Montag in Höhe von knapp 39 Prozent. Der Finanzinvestor würde für das Münchner Unternehmen damit rund 104 Millionen Euro auf den Tisch legen. Das Angebot steht unter dem Vorbehalt einer Mindestannahmequote von 75 Prozent.

Vorstand und Aufsichtsrat der Computerlinks AG begrüßten die Offerte prinzipiell und wollten sie nun eingehend prüfen, hieß es. "Barclays erscheint uns als idealer Partner, um den Kurs von Computerlinks fortzusetzen", sagte Vorstandschef Stephan Link am Dienstag bei einer Telefonkonferenz. Das Unternehmen wolle weiter expandieren, vor allem in Asien. Dies sei mit einem Partner wie Barclays im Rücken leichter, zumal die Börse im Augenblick eher ungeeignet sei, um sich frisches Kapital zu besorgen.

Umsatz von 469 Millionen Euro

Eine Fusion mit einer anderen, von Barclays kontrollierten Firma sei seines Wissens nach nicht angedacht, sagte Link weiter. Einzelheiten einer möglichen Übernahme müssten nun zunächst abgewartet werden. Prinzipiell seien er und seine Vorstandskollegen aber bereit, auch ihre eigenen Aktien zur Verfügung stellen. "Das ist angedacht, ja." Derzeit liegen rund neun Prozent der Anteile in Händen des Managements, davon knapp sieben Prozent bei Familie Link. Der Rest der Aktien ist in Streubesitz.

Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Computerlinks mit mehr als 490 Mitarbeitern einen Umsatz von 469 Millionen Euro und ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) in Höhe von 19,2  Millionen Euro. (jam/dpa)

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