Wirtschaft : Kaum Chancen für eine Verbindung zum Flughafen

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Eine Verbindung der Innenstadt mit dem Flughafen Schönefeld durch den Transrapid, wie sie Bahnchef Hartmut Mehdorn als Alternative zur Verbindung Berlin-Hamburg ins Gespräch gebracht hat, lässt sich nur mit einem ebenfalls erheblichen Aufwand realisieren.

Würde der Transrapid vom künftigen Lehrter Bahnhof, der zum Zentralbahnhof der Stadt werden soll, zum Flughafen schweben, müsste ein neuer Tunnel für die Magnetschnellbahn gebaut werden. Eine oberirdische Strecke lässt sich städtebaulich kaum integrieren. Auch die Bahn musste bei ihrer neuen Nord-Süd-Verbindung unter die Erde. Dabei steht einer Transrapid-Röhre direkt am Lehrter Bahnhof jedoch das Fundament der neuen Humboldthafen-Brücke für die Stadtbahn im Weg. Nur mit einem enormen technischen Aufwand ließe sich dieses Hindernis durchfahren.

Der Plan, den Transrapid durch den Eisenbahntunnel zu schicken, der derzeit gebaut wird, ist bereits einmal verworfen worden. Für den Transrapid müsste der Regionalverkehr der Bahn auf zwei Röhren in dem viergleisigen Tunnel verzichten. Dagegen hatte sich vor allem Brandenburg gewehrt. Zum Regionalkonzept der Landesregierung gehört als fester Bestandteil, dass die Züge aus dem Umland die Fahrgäste umsteigefrei ins Zentrum der Stadt bringen.

Eine Verbindung nur vom Bahnhof Papestraße zum Flughafen Schönefeld wird von Verkehrsplanern generell abgelehnt. Fahrgäste müssten dann auf dem Weg aus der Innenstadt nach Schönefeld im Bahnhof Papestraße noch einmal umsteigen, was die Fahrt unattraktiv machen würde. Ferner steht derzeit nicht einmal fest, ob die Bahn überhaupt den Bahnhof Papestraße bauen wird. Er gehört zum Sparpotenzial, das derzeit untersucht wird, um die Kostensteigerungen beim Bau des Tiergartentunnels aufzufangen.

Ursprünglich war erwogen worden, den Transrapid von Hamburg zur Papestraße schweben zu lassen, um die Strecke dann problemlos nach Schönefeld verlängern zu können. Gegen einen - vorläufigen - Endbahnhof Papestraße hatte sich aber der Senat ausgesprochen. Der Transrapid sollte prestigeträchtig im Regierungsviertel am Lehrter Bahnhof einschweben.

Ein Airport-Express auf der Schiene, wie er bisher geplant ist, ließe sich, so heißt es bei der Bahn, wirtschaftlich betreiben, weil er vorhandene Gleise mit nutzen könnte. Die Transrapid-Trasse dagegen müsste völlig neu gebaut werden.

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