Wirtschaft : Kaum Interessenten für die IKB Verkauf der Skandalbank läuft schleppend

Frankfurt am Main / Düsseldorf - Die Suche nach einem Käufer für die angeschlagene Mittelstandsbank IKB verläuft offenbar sehr schleppend. Nach Informationen aus Finanzkreisen gibt es nur gut ein halbes Dutzend Interessenten. Am Freitag war die Frist für erste, nicht bindende Angebote abgelaufen. Die staatliche KfW Bankengruppe, Großaktionärin der IKB, hatte mitgeteilt, es läge „eine Reihe von Angeboten vor, sowohl aus dem In- wie aus dem Ausland“. Zu Details wollte sich das Institut auch am Montag nicht äußern – weder zur genauen Zahl der Interessenten oder deren Namen noch zum weiteren Zeitplan.

Nach übereinstimmenden Medienberichten haben die Finanzinvestoren Lone Star, JC Flowers und Ripplewood ein erstes Angebot abgegeben. Auch die Beteiligungsgesellschaft Cerberus soll im Rennen sein. Als ernsthafte Kaufinteressenten werden zudem die schwedische SEB, die Citibank sowie die Landesbanken von Nordrhein-Westfalen (WestLB) und Bayern (BayernLB) gehandelt. Nach Angaben aus Frankfurter Finanzkreisen hatten sich in der ersten Runde des Verkaufsverfahrens etwa 40 mögliche Investoren die Verkaufsunterlagen angeschaut.

In den nächsten Wochen dürften die verbliebenen Interessenten die Geschäftsbücher der IKB prüfen. Die Mittelstandsbank war wegen fehlgeschlagener Spekulationen mit schlecht besicherten amerikanischen Immobilienkrediten in Existenznot geraten und dank milliardenschwerer Hilfen vom Staat und anderen Banken gerettet worden.

Die staatliche KfW hält zusammen mit der Stiftung Industrieforschung rund die Hälfte der IKB-Anteile. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) rechnet mit einem Verkaufserlös aus dem KfW-Anteil von bis zu 800 Millionen Euro. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben