Wirtschaft : Kein Anschluss mehr

Foto: dpa
Foto: dpaFoto: dpa

Berlin - Erst zu Jahresbeginn hat René Obermann seinen Chefposten beim niederländischen Kabelnetzbetreiber Ziggo angetreten. Nun muss sich der ehemalige Telekom-Chef schon wieder einen neuen Job suchen. Denn Ziggo wird vom US-Konzern Liberty Global übernommen. Das Ziggo-Management – und auch Obermann – befürworten die Offerte. Doch der 50-Jährige kündigte zugleich an, dass er im verbundenen Unternehmen nicht mehr mitarbeiten will. Als Regionalmanager eines internationalen Konzerns steht er nicht zur Verfügung.

Obermann hatte im vergangenen Jahr überraschend angekündigt, die Telekom- Spitze verlassen zu wollen, um wieder näher an Produkten arbeiten zu können. Er wolle „zurück in den Maschinenraum“, sagte er damals. Sein unternehmerisches Talent hatte er schon während des Studiums entdeckt, das er abbrach, um sich ganz seinem damaligen Unternehmen widmen zu können. Noch größer war dann die Überraschung, als er Ziggo als seinen neuen Arbeitgeber vorstellte, ein Unternehmen, das hierzulande kaum jemand kannte.

Doch er hatte Pech. Kaum hatte er sich für Ziggo entschieden, kam der Medienkonzern Liberty Global mit einem Übernahmeangebot auf die Niederländer zu. In Deutschland gehören bereits Unitymedia und Kabel BW zu dem Konzern. Und auch an Ziggo halten die Amerikaner bereits 28,5 Prozent der Anteile. Im Oktober wies Ziggo die Offerte noch zurück. Doch nun bietet Liberty einen Preisaufschlag von 22 Prozent auf den Kurs der Ziggo-Aktie zum Börsenschluss am 15. Oktober 2013.

Finanzielle Sorgen muss sich Obermann in Zukunft aber wohl nicht machen. Nach seinem Vertrag steht ihm bei einer Trennung wegen Eigentümerwechsels eine Abfindung zu. Sie dürfte nicht unbeträchtlich sein. Denn Obermann hatte als Ziggo-Chef nicht nur Anspruch auf ein Festgehalt von 750 000 Euro, sondern konnte auch mit Bonuszahlungen in Millionenhöhe rechnen. vis

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben