Wirtschaft : Kein Bier mehr von der Tankstelle Kunden laufen den Shops davon

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Düsseldorf – Erstmals seit ihrem bundesweiten Siegeszug Anfang der achtziger Jahre verlieren die Tankstellenshops in Deutschland einen Teil ihrer Kundschaft. Nach einem Bericht des „Handelsblatt“ gingen die Erlöse im vergangenen Jahr um 2,5 Prozent zurück. Die Zeitung beruft sich auf Zahlen der Firma Eurodata, die ein speziell auf Tankstellen zugeschnittenes Buchführungs und Abrechnungssystem betreibt. 2004 könnten die Erlöse weiter erodieren, fürchtet Sigrid Pook, Geschäftsführerin des Tankstellenverbandes BTG. „So etwas hatten wir noch nie“, sagt sie.

Der allgemeine Umsatzrückgang im Shop-Geschäft habe sich auch bei Shell niedergeschlagen, bestätigt ein Firmensprecher. Aral spricht von einem „sehr sehr schwierigen Jahr“ mit stagnierenden Umsätzen.

Bislang galten die Minimärkte wegen ihrer guten Erreichbarkeit und langen Öffnungszeiten als wenig konjunkturanfällig. Hohe Preise und geringe Auswahl schreckten die Verbraucher nicht. Damit ist es vorerst vorbei.

Gründe für das abrupte Ende des Booms gibt es reichlich Die Mini-Supermärkte, die im Durchschnitt knapp die Hälfte der gesamten Tankstellen-Umsätze erwirtschaften, leiden nicht nur unter dem Dosenpfand. Auch die höhere Tabaksteuer hat die Nachfrage nach Zigaretten einbrechen lassen, die in den Shops zu den Hauptumsatzträgern zählen. Der gesunkene Benzinverbrauch sorgt gleichzeitig für eine geringere Frequenz von Autofahrern an der Zapfsäule. Konkurrierende Supermärkte, die auf verlängerte Ladenöffnungszeiten umgestiegen sind, machen den Geschäften an den Stationen außerdem die Stammkundschaft streitig.

Das ist für die Tankstellenshops eine ungewohnte Situation: In den vergangenen 20 Jahren konnten sie ihre Umsätze auf durchschnittlich 860000 Euro verfünffachen. HB

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