Wirtschaft : Kein Geld mehr mit der Kreditkarte 50 Sparkassen sperren Direktbank-Kunden aus

Frankfurt am Main/Berlin - Rund 50 von insgesamt 446 Sparkassen haben ihre Geldautomaten für Kunden einiger Direktbanken und der Citibank gesperrt. Die Kontoinhaber können mit ihrer Visa-Karte dort derzeit kein Bargeld abheben.

Hintergrund ist ein Streit zwischen Sparkassen und Direktbanken: Vor etwa einem Jahr hatten viele Direktbanken die kostenfreie Bargeldabhebung mit Visa-Karte (anstelle einer Maestro- oder EC-Karte) an sämtlichen Automaten eingeführt und so ihr Wettbewerbsmanko des fehlenden Filialnetzes ausgeglichen. Pro Abhebung zahlen diese Banken nach Angaben der ING-Diba 1,74 Euro an das Institut, das den Automaten betreibt. Ob dieser Betrag kostendeckend ist, wird von den Parteien unterschiedlich beurteilt.

Vier betroffene Kreditinstitute wollen sich gegen die Aussperrung wehren. Die ING-Diba teilte am Freitag in Frankfurt am Main mit, es bestehe der Verdacht, dass unter den Sparkassen eine Absprache getroffen worden sei, die gegen das Kartellrecht verstoße. Außerdem verletzten die Sparkassen die gültigen Regularien des Visa-Konzerns.

Gemeinsam mit der Citibank, der Santander-Consumer-Bank und der Volkswagen-Bank habe man die Sparkassen zu Gesprächen über eine Lösung im Sinne der Kunden aufgefordert. Gelinge das nicht, wollten die vier Banken mit Hilfe der Gerichte und der zuständigen Behörden gegen die Sparkassen vorgehen, kündigte die ING-Diba an.

Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) bestätigte, dass mehrere Sparkassen derzeit die Visa-Karten einiger Banken nicht akzeptierten. „Wir können das nachvollziehen“, sagte die Sprecherin Michaela Roth. „Aber es ist die geschäftspolitische Entscheidung jeder einzelnen Sparkasse“.

In den Filialen der Berliner Sparkasse können Kunden aller Banken wie bisher uneingeschränkt Bargeld ziehen.teb/dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben