Wirtschaft : Kein Strategiewechsel bei SAP

Scheidender Vorstandsprecher Hopp will Einfluß behalten WALLENDORF (rtr).Der SAP-Vorstandssprecher Dietmar Hopp hat angekündigt, daß sich durch sein Ausscheiden aus dem Vorstand des Unternehmens an der Strategie des Softwareherstellers nichts ändern wird.Es werde keinen Wechsel geben, "den es nicht auch gegeben hätte, wenn ich noch Vorstand wäre", sagte er am Freitag.Der Vorstandssprecher will am 7.Mai in den Aufsichtsrat wechseln und dessen Vorsitzender werden. Hopp ist eines von drei noch aktiven Gründungsmitgliedern des Unternehmens.Fünf ehemalige IBM-Programmierer hatten sich 1972 mit SAP selbständig gemacht.Inzwischen erwirtschaftet der Konzern einen Umsatz von mehr als sechs Mrd.DM und beschäftigt etwa 13 000 Menschen weltweit.Zusammen mit Hopp will auch Vorstands- und Gründungsmitglied Klaus Tschira in den Aufsichtsrat wechseln.Das dritte Gründungsmitglied, Hasso Plattner, ist seit einem halben Jahr ebenfalls Vorstandssprecher von SAP wird es auch bleiben.Nachfolger Hopps als Vorstandssprecher soll Henning Kagermann werden, der im Vorstand bisher für Teile der Entwicklung und für Finanzen zuständig ist. Hopp sagte weiter, er wolle seine Rolle im Aufsichtsrat sehr aktiv wahrnehmen.So habe er weiter Einflußmöglichkeiten.Zudem werde er bei SAP auch andere Aufgaben behalten, die er heute habe. Hopp wollte sich nicht genau dazu äußern, ob seine Wahl zum Aufsichtsratsvorsitzenden sicher sei.Schließlich werde der Aufsichtsrat auf der Hauptversammlung neu gewählt.Er gehe aber davon aus, daß der jetzige Ratsvorsitzende und Chef der DG-Bank, Bernd Thiemann, bereit sei, auf den Posten zu verzichten."Ich habe mit ihm darüber gesprochen", sagte Hopp.Sollten auch die bisherigen Arbeitnehmervertreter im Gremium verbleiben, "gehe ich davon aus, daß ich da eine Bank zu erwarten hätte". Hopp sagte, es käme für ihn "nicht in Frage", SAP-Stammaktien aus seinem Besitz zu verkaufen.Die drei Gründungsmitglieder halten selbst, über ihre Familien oder über Stiftungen zusammen rund zwei Drittel der Stammaktien.Der größte Teil davon ist über einen Konsortialvertrag verbunden.Will ein Gründungsmitglied Stammaktien verkaufen, haben die anderen damit ein Vorkaufsrecht."Niemals würde ich Stammaktien verkaufen," sagte Hopp.Über den viel kleineren Anteil an Vorzugsaktien, den die Gründungsmitglieder noch kontrollieren, machte er keine Angaben. Branchenkenner erklärten zu dem Rückzug von Hopp und Tschira, sie erwarteten dadurch keine negativen Auswirkungen.Im Gegenteil habe Vorstandssprecher Plattner schon zuletzt als der große Visionär von SAP gegolten, sagte ein Analyst.In Frankfurt am Main standen die SAP-Aktien am Freitag aufgrund des überraschenden Vorstandswechsels im Mittelpunkt des Interesses.Zu Börsenschluß notierte die Aktie mit 706 DM zwei DM unter dem Vortageswert.

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