Wirtschaft : Kein unmoralisches Angebot

SCHRÖDER KRITISIERT PRIVATE BANKEN

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Ausgerechnet auf dem Treffen der öffentlichrechtlichen Sparkassen hat Bundeskanzler Schröder den privaten Banken die Leviten gelesen. Sie sollten endlich ein großes, ernst zu nehmendes Institut auf die Beine stellen. Der Kanzler sorgt sich um den Finanzplatz Deutschland, der mit seinem kleinteiligen Bankwesen international in die zweite Liga abzurutschen droht. Mit dem Ort seiner Schelte beweist er Realitätssinn. Die immer wieder geforderte Öffnung des öffentlich-rechtlichen Sektors für die privaten Banken, die beispielsweise den Kauf einer Sparkasse ermöglichen würde, ist derzeit nicht erlaubt – die Länder haben dem einen gesetzlichen Riegel vorgeschoben. Doch die Bundesregierung hat offenbar eine Möglichkeit entdeckt, das Vorhaben zu beschleunigen. Die Post will ihre Postbank an die Börse bringen. Ein profitables Institut mit zwölf Millionen Kunden, das auch jeder privaten Großbank reichlich Masse zum Geldverdienen bringen würde. Genau in dieser Situation werden wieder Gerüchte gestreut, die Deutsche Bank wolle die Postbank übernehmen. Dies wäre ein Schritt zu einer wirklich bedeutenden Bank in Europa. Genau daran denkt Schröder. dr

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