Wirtschaft : Kein Vergleich für von Pierer und Siemens

München - Die Auseinandersetzung um einen Vergleich zwischen Siemens und seinen wegen der Affäre um schwarze Kassen gefeuerten Ex-Vorständen spitzt sich zu. Der Konzern fordert Schadenersatz in Millionenhöhe von elf hochrangigen früheren Managern – darunter die ehemaligen Chefs Heinrich von Pierer und Klaus Kleinfeld. Zugleich laufen auch staatsanwaltschaftliche Ermittlungen gegen Pierer und andere wegen Ordnungswidrigkeiten im Zuge der Affäre. Die Ex-Vorstände möchten beides zeitgleich geklärt wissen und wollen, dass Siemens sich bei den Staatsanwälten für eine Einstellung der Verfahren einsetzt, heißt es im juristischen Umfeld der Kontrahenten.

Für Siemens kommt das nicht infrage. „Abwegig“, sei das, sagt ein Insider. Siemens wolle und könne nicht auf Staatsanwälte einwirken, ohne das eigene Ansehen zu gefährden. „Am Ende darf nichts übrigbleiben“, lässt dagegen ein Ex-Vorstand mitteilen und meint damit sowohl die Forderungen von Siemens als auch das Ermittlungsverfahren. Ex-Kollegen sehen das angeblich ähnlich.

Die Zeit drängt: Siemens will der Hauptversammlung im Januar 2010 einen Vergleichsvorschlag mit der früheren Führung zur Abstimmung vorlegen. Um das zu schaffen, sei eine Einigung bis zum Spätsommer nötig, schätzen mit der heiklen Angelegenheit befasste Personen. Siemens selbst und die Münchner Staatsanwaltschaft lehnen jeden Kommentar zu den laufenden Geheimverhandlungen ab. Dem Vernehmen nach fordert der Konzern von Pierer sechs Millionen Euro und weitere niedrigere Millionenbeträge von den zehn anderen Managern. Zum Vergleich: Die Affäre hat den Konzern rund zwei Milliarden Euro gekostet. tmh

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