Wirtschaft : Keine Alternative zur Airport-Autobahn

BERLIN (kt).Beim geplanten Autobahn-Bau von Neukölln zum Schönefelder Kreuz mit einem Anschluß an den Flughafen gibt es nach Ansicht von Verkehrssenator Jürgen Klemann (CDU) keine Kompromißmöglichkeit.Ein Gutachten habe gezeigt, daß die Erreichbarkeit des neuen Flughafens Berlin-Brandenburg International (BBI) ohne den Bau der Autobahn, die am Teltowkanal entlang führen soll, gefährdet wäre.Ein Verzicht auf die Autobahn würde auf den Stadtstraßen einen permanenten Stau verursachen.Ursprünglich war mit dem Bund vereinbart, die Autobahn zeitgleich zur Eröffnung des Flughafens BBI fertigzustellen, die für das Jahr 2007 geplant ist.Die neue rot-grüne Bundesregierung will den Bau jedoch verschieben.Ihre Vorgängerin habe die Finanzierung nicht geregelt.

Ein Gutachten sollte nun klären, ob es möglich sei, nur ein Stück der Autobahn zu bauen und ansonsten den Verkehr über Stadtstraßen zu führen, bis die Autobahn 2013/2014 fertig wäre.Wenn der Flughafen planmäßig mit einer Kapazität für 20 Millionen Passagiere im Jahr 2007 eröffnet wird, wäre ohne die durchgehende Autobahnverbindung für einen Zeitraum von fast acht Jahren mit erheblichen zusätzlichen Belastungen im vorhandenen Straßennetz im Südosten der Stadt zu rechnen, heißt es in dem IVU-Gutachten.

Der Bedarf auf den Umleitungsstrecken würde auch bei einem teilweisen Ausbau der kritischen Knotenpunkte noch weit über dem möglichen Verkehrsangebot liegen und wäre nicht abwickelbar, schreiben die Gutachter weiter.Die Folge wären permanente Staus über den gesamten Tageszeitraum und nicht nur in den Spitzenstunden.

Nach diesem Gutachten sieht Klemann keinen Abwägungsspielraum mehr."Zur zeitgleichen Fertigstellung der gesamten Autobahn mit dem Flughafenbau gibt es keine Alternative", sagte er gegenüber dem Tagesspiegel.Dies habe man auch dem Bund klar gemacht.

Strittig sind vom gesamten 1,2 Mrd.-DM-Projekt nach Informationen des Tagesspiegels ohnehin nur noch 300 Mill.DM, verteilt auf mehrere Jahresraten.Um insgesamt 200 Mill.DM konnten die Kosten durch "Optimierungen" beim Bau und niedrigere Preise, als zunächst veranschlagt waren, gesenkt werden.

Eine kreuzungsfreie Straßenverbindung von der Innenstadt zum Flughafen gehört zum Konzept des Essener Konzerns Hochtief, der die Berlin Brandenburg Flughafen Holding (BBF) und damit auch den Bau und Betrieb des neuen Flughafens übernehmen will.Der Vertragsabschluß hat sich unter anderem wegen der nicht geklärten Straßenverbindung verzögert.Hochtief kann auch nach Vertragsabschluß aus dem Projekt aussteigen, wenn die Straßenverbindung nicht wie vereinbart hergestellt wird.

Zum Flughafen wird es auch eine Schienenverbindung geben.Der Airport-Expreß soll in etwa 20 Minuten vom Lehrter Bahnhof zum Flughafen fahren.Vorgesehen ist außerdem eine Fernbahn-Anbindung.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben