Wirtschaft : Keine Angst vor den Namenlosen

Die Schnäppchen-PCs der Discounter sind üppig ausgestattet – im Alltagsbetrieb wird die Leistung der Computer aber kaum ausgereizt

Maurice Shahd

Die Liste der Fachbegriffe ist lang: TFT- Bildschirm, USB-Schnittstelle, Wireless Lan und und und ... Die Vielzahl technischer Neuerungen sorgt beim Kauf eines neuen Computers sogar bei erfahrenen Anwendern für Verwirrung. Doch die Beantwortung einiger wichtiger Fragen gibt beim Kauf eines neuen Computers Orientierung:

Notebook oder Desktop-PCs?

Die tragbaren Notebooks werden bei den Computer-Nutzern immer beliebter. Sie sind leichter, beanspruchen weniger Platz und erreichen fast die Leistung der stationären PCs. Aber eben nur fast. „Besonders bei der Ausstattung mit Multimedia-Komponenten haben die großen Computer Vorteile“, sagt Meike Escherich vom Marktforschungsinstitut Gartner. Das betreffe vor allem die Darstellung von Grafiken, was für Spiele wichtig ist, und einen besseren Sound. Zudem sind die tragbaren Rechner bei vergleichbarer Leistung immer noch etwas teurer als ihre großen Brüder.

Marke oder No-Name?

Da die Computer immer aus den gleichen Komponenten wie Prozessor, Arbeitsspeicher oder Festplatte bestehen, können sich Markenhersteller nur schwer von den No-Names absetzen. Das nutzen Discounter wie Aldi, Lidl oder Plus und setzen in Sachen Preis und Ausstattung den Standard. „Generell bieten die Schnäppchen-PCs ein gutes Preis-Leistungsverhältnis“, sagt Christof Windeck, Hardware-Experte der Computerzeitschrift C’t. Allerdings sparten die Anbieter der Billig-Computer gerne an Kleinigkeiten wie dem Lüfter, was zu lauten Betriebsgeräuschen führen kann. Ein genauerer Blick lohnt auch bei den Serviceleistungen. Meist bieten Anbieter wie Medion (Aldi) oder 4MBO (Plus) keinen Vor-Ort-Service, sondern nur ein teure Hotline.

Wie viel Leistung braucht der PC?

Grundsätzlich sind die heute verkauften Computer in der Lage, alle gängigen Anwendungen wie Schreibprogramme, Internet oder Bildbearbeitung durchzuführen. Auch die Speicherkapazität gängiger Festplatten ab 40 Gigabyte reicht für den normalen Gebrauch vollkommen aus. Erst bei den neuesten, grafisch sehr aufwändigen 3D-Spielen oder der Bearbeitung von Videos könnte mancher PC an seine Leistungsgrenzen stoßen. Dann sind eine spezielle Grafikkarte, viel Arbeitsspeicher und ein schneller Prozessor gefragt (siehe Kasten).

Sollte man mit dem Computerkauf bis zur Cebit warten?

Auf der weltweit größten Computermesse Cebit (12. bis 19. März) stellen viele Hersteller von PC-Komponenten ihre neuesten Modelle vor. Nach der Messe fallen die Preise für Auslaufmodelle daher tendenziell. „Größere Rabatte sind aber nicht zu erwarten. Die Preispunkte setzen heute die Discounter mit ihren Billigangeboten“, sagt Hardware- Experte Windeck. In der vergangenen Woche startete Lidl mit einem Schnäppchen-PC, Aldi folgt traditionell im März. Bahnbrechende technische Neuerungen sind bei der Cebit nicht zu erwarten. Intel wird neue Notebook-Chips präsentieren, bei denen Funktionen für drahtlose Funknetze (Wireless Lan) bereits installiert sind. Die neuen Chips werden aber zunächst nur in sehr teuren Topprodukten eingebaut.

Was noch wichtig ist.

Um die Erweiterbarkeit mit zusätzlichen Geräten wie Scanner oder Digitalkamera zu gewährleisten, müssen ausreichend viele USB- Anschlüsse der Generation 2.0 vorhanden sein. USB ist eine Schnittstelle am PC, die den Anschluss von Zusatzgeräten erleichtert. Minimum sind vier, besser sind sechs Anschlüsse. Einige sollten gut erreichbar an der Front des Computers installiert sein.

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