• Keine Beruhigung an den Aktienmärkten zu erwarten Angst vor Deflation und Irak-Krise lasten weiter auf den Kursen

Wirtschaft : Keine Beruhigung an den Aktienmärkten zu erwarten Angst vor Deflation und Irak-Krise lasten weiter auf den Kursen

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Frankfurt (Main) (ina/HB/dpa). Die Aktienmärkte loten immer neue Tiefs aus – und dennoch scheint keine Wende absehbar zu sein. Am vergangenen Freitag schickte eine Welle schlechter Unternehmensnachrichten die Notierungen in den USA weiter gen Süden. In Europa reagierten die Finanzwerte mit massiven Abgaben auf schlechte Meldungen und Gerüchte und zogen damit die Börsenbarometer nach unten. Mittlerweile liegen die Indizes auf fünf- beziehungsweise sechsjährigen Tiefständen.

Die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer richtet sich jetzt auf die Wirtschafts- und Firmendaten der laufenden Woche. Im Mittelpunkt stehen morgen deutsche Arbeitsmarktdaten. Am Donnerstag, dem Tag der EZB-Ratssitzung, werden Wachstumszahlen für den EU-Raum veröffentlicht. Am Freitag folgen in den USA die Erzeugerpreise und der Index der Verbraucherstimmung.

Mit großer Spannung erwarten die Börsianer auch die anstehenden Firmennachrichten der großen Unternehmen. Bereits am Freitag hatten schlechte Zahlen unter anderem von EMC, Boeing und Alcoa deren Kurse massiv unter Druck gesetzt. Philip Morris war nach dem Gerichtsurteil über eine Schadenersatzzahlung an eine Raucherin der große Verlierer im Dow-Jones-Index. Am Mittwoch legt Yahoo Zahlen vor, am Freitag beschließt der größte US-Börsenwert General Electric mit Zahlen die Woche.

Zu den Risikofaktoren für die weitere Marktentwicklung zählt die Konjunkturentwicklung mit der Möglichkeit einer deflationären Krise. Darüber hinaus lastet die Angst vor einem Irak-Krieg mit unkalkulierbaren Folgen auf den Märkten. Eher skeptisch äußerte sich Morgan Stanley. Die Experten glauben, selbst wenn es nicht zum Krieg komme, werde die Unsicherheit über eine mögliche Auseinandersetzung lange die Märkte belasten.

Die Optimisten argumentieren häufig mit einer Unterbewertung der Firmen. So heißt es im aktuellen Wochenbericht der Commerzbank: „Sofern der Irak-Konflikt nicht eskaliert, sollte die Börse ihre negative Übertreibungsphase mehr und mehr abbauen und den guten Fundamentaldaten wie Kurs-Gewinn-Verhältnis und Dividendenrendite Rechnung tragen.“

Hoffnung macht auch das amerikanische Wirtschaftsforschungsinstitut Conference Board. Es rechnet für die kommenden Monate mit einer Konjunkturerholung in den USA. Für 2003 gehe das Institut von einem Wirtschaftswachstum um vier Prozent für die Vereinigten Staaten aus, sagte die Chefvolkswirtin und Vize-Präsidentin des privaten Instituts, Gail Fosler, der „Welt“. Die Stimmung der Konsumenten in den USA sei insgesamt „besser als man das erwarten würde, aber nicht so gut, wie wir es wünschen“, sagte Fosler.

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