Wirtschaft : Keine bitteren Pillen mehr

Berlin Chemie legt beim Umsatz kräftig zu / 100 neue Stellen

BERLIN(jojo).Die Jahre, in denen der Pharma-Hersteller Berlin-Chemie AG selbst viele bittere Pillen schlucken mußte, scheinen vorüber.Im ersten Halbjahr 1997 kletterte der Umsatz des Unternehmens im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um über 60 Prozent auf rund 160 Mill.DM.Für das gesamte Jahr erwartet der Vorstandsvorsitzende Hansjürgen Nelde einen Umsatzsprung von 210 Mill.(1996) auf 260 bis 270 Mill.DM.Ziel des Unternehmens, das zum italienischen Menarini-Konzern gehört, sei der Einzug in die Top-Ten der deutschen Pharma-Hersteller, sagte Nelde am Donnerstag vor der Presse in Berlin.Gegenwärtig rangiere die Traditionsfirma etwa auf Platz 40. Vom gestiegenen Umsatz sollen auch neue Mitarbeiter profitieren.Noch im laufenden Jahr wird der Personalbestand um 100 Beschäftigte auf dann 1300 Stellen aufgestockt, betonte Nelde.An den Produktionsstandorten Britz, Adlershof und Rheinsberg arbeitet rund die Hälfte der gegenwärtig 1200 Mitarbeiter.Dort soll es aber erst später zu Neueinstellungen kommen.Die neugeschaffenen Stellen entstehen vorrangig im Vertrieb. Als volkseigener Betrieb hatte der Pharma-Hersteller 1989 noch 2700 Beschäftigte und erwirtschaftete einen Umsatz von mehr als 1 Mrd.DDR-Mark.Der VEB war eines der drei großen Pharma-Unternehmen in der DDR und wurde im Herbst 1992 privatisiert.Es gehört heute dem in Italien führenden Pharmakonzern Menarini Industrie.Menarini hatte sich in der Ausschreibung der Treuhandanstalt gegen die französische Firma Beaufour Ipsen durchgesetzt. Berlin Chemie ist derzeit vor allem im Ausland erfolgreich.In den ersten sechs Monaten des Jahres verdoppelte sich der Umsatz außerhalb Deutschlands auf etwa 65 Mill.DM, so Vorstandsmitglied Peter Krauss.Damit sei bereits das gesamte Geschäft des Vorjahres erreicht worden.In 14 Dependancen kümmern sich 380 Leute um den Absatz der Berliner Produkte.Besonderen Erfolg hatten die Vertreter im Baltikum und der Ukraine, wo sich die Verkaufszahlen verdoppelten.In Rußland wurde fast 50 Prozent mehr abgesetzt.Glänzend im Markt steht die Berlin Chemie auch in Tschechien und der Slowakischen Republik. Im Inland konnte Berlin Chemie gegen den Trend wachsen.So stieg der Umsatz in den alten Ländern um 88 Prozent - bei einer Abnahme des gesamten Marktes um 0,6 Prozent.Im Osten legte das Unternehmen um 1,9 Prozent zu, bei einem Minus im gesamten Markt von 1 Prozent.Innovative Arzneien sollen gesundheitspolitische Maßnahmen wie die jüngste Erhöhung der Zuzahlungen auch in Zukunft ausgleichen und für anhaltendes Wachstum sorgen.

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