KEINE ECHTE SPARKASSE : Kredite verspielt

Washington Mutual war als börsennotiertes Institut keine Sparkasse im deutschen Sinn. Rechtsform und Geschäftsmodell unterscheiden sich deutlich. Die Bank gehörte zu den führenden Anbietern von Hypothekendarlehen in den USA und wurde deshalb von der Immobilienkrise heftig getroffen. Washington Mutual war eine sogenannte Savings & Loans Association (S&L), was im Deutschen vereinfacht mit „Sparkasse“ übersetzt wird. Die S&L führen vor allem Spareinlagen privater Kunden und vergeben private Immobiliendarlehen. Bis Anfang der 80er Jahre waren sie streng reguliert und meist in kommunaler Hand. Nachdem die Regeln gelockert wurden, vergaben viele Kassen zu leichtfertig Kredite und gerieten in eine heftige Krise. Der „Savings- and-Loans-Crisis“ fiel zwischen 1986 und 1995 rund die Hälfte der amerikanischen Sparkassen zum Opfer. Heute gibt es noch rund 1500 solcher Institute. dpa

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