Wirtschaft : Keine Entwarnung

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Von Dieter Fockenbrock

Aktienoptionen für Manager kommen aus der Mode. Deutschlands größter Konzern DaimlerChrysler überdenkt sein Programm genauso wie der führende Softwarekonzern des Landes SAP. Andere werden folgen. Dabei ist es noch gar nicht lange her, da verteidigten Manager und Aufsichtsräte solche Programme gegen jede Kritik. Aktienoptionen galten als schick, um selbst langweilige Industriekonglomerate herauszuputzen. Aktienoptionen galten als unerlässlich im Kampf um die besten Köpfe im internationalen Wettbewerb. Denn Optionen versprechen dem, der den Aktienkurs seines Unternehmens nachhaltig steigert, persönlichen Gewinn. Solange die Börse boomte, war es selbst den Aktionären völlig egal, welche Vorteile für die Manager damit verbunden waren – Hauptsache, die Kurse explodierten.

Doch schon am Ende des Börsen-Hypes kam die Ernüchterung. Jeder hatte erwartet, dass nun auch die Manager in die Röhre sehen. Mitnichten. Einige Optionspläne waren so vorteilhaft für ihre Bezieher gestrickt, dass sie schon längst als Multimillionäre hätten kündigen können. Massiver Protest folgte auf dem Fuße. Die Unternehmen waren gezwungen, schnell zu lernen. Mit der zweiten Optionswelle sollten alle Fehler behoben sein. Doch bald stellte sich heraus, dass einige Konstruktionen selbst dann noch Gewinn bringend für die Manager waren, als die Börsenkurse am Boden lagen. Die Hürden waren einfach gesenkt worden. Einen dritten Anlauf wird es vorerst aber nicht geben: Die Unternehmen steigen aus den Optionsprogrammen aus.

Kann also Entwarnung gegeben werden? Keineswegs, denn niemand kippt die Programme aus besserer Einsicht, sondern schlicht aus dem Grund, dass die unerwartet lange Börsenflaute jede Hoffnung auf Optionsgewinne zunichte macht. Die Unternehmen suchen jetzt Alternativen, um ihren Managern auch in Zukunft attraktive Bezüge anzubieten. Die neuen Vergütungskonzepte werden aber noch komplizierter als die alten sein. Ein gutes Argument für die Geheimniskrämer unter den Aufsichtsräten. Die Aktionäre werden wieder aufpassen müssen.

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