Wirtschaft : Keine Fallmanager für Arbeitslose Gerster stoppt Ausbildung

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Berlin (asi). Die Nürnberger Zentrale der Bundesanstalt für Arbeit (BA) hat nach Informationen des Tagesspiegel die Ausbildung von Fallmanagern für die Vermittlung von Langzeitarbeitslosen gestoppt. Obwohl die speziell geschulten Vermittler spätestens ab Januar 2004 benötigt werden, sagte die BAeigene Fachhochschule in Mannheim nach Informationen dieser Zeitung jetzt auf Anweisung der Nürnberger Zentrale die ersten drei Lehrgänge kurzfristig wieder ab. Sie sollten eigentlich im September beginnen. Die Fachhochschule, so hieß es in Mannheim, sei angewiesen worden, keine Lehrgänge durchzuführen, bevor das Gesetz zur Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe nicht in Kraft getreten sei.

Das wird allerdings nicht vor Dezember erwartet. Als Ursache für die Anweisung vermuten die Lehrkräfte, dass die Zentrale erst einmal abwarten wolle, ob die Bundesanstalt selbst oder die Städte und Gemeinden vom kommenden Jahr an für die Langzeitarbeitslosen verantwortlich sein werden. „Die wollen einfach keine Leute aus den Kommunen auf Kosten der Bundesanstalt ausbilden“, hieß es in Mannheim. Außerdem gebe es in Nürnberg eine „deutliche Neigung, sich vor budgetrelevanten Entscheidungen zu drücken“, seit die Zentrale der BA umstrukturiert wird und zahlreiche Beamte neue Stellen erhalten sollen.

Besonders ärgerlich für die Betroffenen: Ein einjähriger Pilotlehrgang wurde in diesem Sommer so erfolgreich beendet, dass es für den Herbst zahlreiche neue Bewerber aus den Kommunen gab, für die die Städte sogar kostendeckende Lehrgangsgebühren bezahlt hätten. Man hätte sofort drei Lehrgänge starten können, hieß es in der Mannheimer Fachhochschule.

Wenn die entsprechenden Hartz-Gesetze ab Januar in Kraft treten - woran niemand zweifelt - werden Kommunen und Arbeitsämter tausende eigene Mitarbeiter weiterbilden und neues Personal ausbilden müssen, damit diese das Gesetz umsetzen können. Allein 11000 Fallmanager sind nach Berechnungen des Bundeswirtschaftsministeriums nötig. Im Hause Clement rief daher die Weigerung der BA-Zentrale, schon jetzt mit der Ausbildung des Personals zu beginnen, Kopfschütteln hervor. Zwar lehnte Clements Sprecherin eine offizielle Stellungnahme am Wochenende ab. Im Ministerium allerdings wurde die Entscheidung der Gerster-Behörde „bürokratisch und überflüssig“ genannt.

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