Wirtschaft : Keine Hoffnung auf sinkende Preise

jhw

Vivendi-Chef Jean-Marie Messier hat mit den Berliner Wasserbetrieben (BWB) viel vor. Besonders beim Service sieht er Entwicklungspotenzial. Er kündigte an, dass die BWB neue Call Center in Berlin einrichten werde. Doch bei den Preisen macht der Franzose den Berlinern keine große Hoffnung. "Wir sind verpflichtet, den Wasserpreis langfristig nicht zu erhöhen", sagte Messier. Und: "Das kann auch heißen, länger als fünf Jahre." Nach der vertraglich festgeschriebenen Dauer stabiler Wasserpreise müssten alle Aktionäre diskutieren, also die privaten Investoren und der Senat von Berlin. Was ist mit Preissenkungen, bei denen sich die Stromversorger derzeit rekordverdächtig unterbieten? "Wasser ist ein ganz anderes Gut als alle anderen", antwortete Messier - auch als Strom.

Zum neuen Management der BWB wollte sich Messier nicht äußern. "Wir müssen noch die endgültige Entscheidung des Landesverfassungsgerichts abwarten", sagte er. Das Gericht wird voraussichtlich im Laufe des Oktobers über die Verfassungsklage von Bündnis 90/Die Grünen und PDS entscheiden, die die Teilprivatisierung verhindern wollen. Messier stellte fest, es gebe keinen Grund, durch den Richterspruch größere Veränderungen zu erwarten. Aber: "Wenn es Punkte gäbe, über die noch zu verhandeln wäre, dann sind wir dazu bereit." Sein Konzern habe in Europa noch keine schlechte Erfahrung mit der Zusammenarbeit mit öffentlichen Aktionären gemacht. Zurzeit sind die privaten Investoren Vivendi und RWE laut Messier dazu verpflichtet, neue Arbeitsplätze zu schaffen, den Wasserpreis stabil zu halten, den Service zu verbessern und die BWB international zu entwickeln.

Messier stellte fest, dass die Zusammenarbeit mit RWE das bei weitem größte Projekt gemeinsam mit RWE sei. Die schon über ein Jahr laufende Zusammenarbeit laufe durch alle Schwierigkeiten des Prozesses gut. Demgegenüber verwies Messier darauf, dass es die internationalen Mitbieter um die BWB-Anteile - Suez Lyonnaise des Eaux und Enron - nicht geschafft hätten, über eine derart lange Zeit mit einem deutschen Partner zusammenzubleiben.

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