Wirtschaft : Keine Hoffnung von den Hightechs

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Von Maurice Shahd

Der Computerhersteller Dell hat die Börsen mit einem unerwartet hohen Umsatz- und Gewinnanstieg überrascht. Daraus auf eine grundlegende Erholung des Technologiesektors zu schließen, wäre verfrüht. Im Gegenteil. Dell hat sein Wachstum ausschließlich besseren Geschäften mit öffentlichen Auftraggebern und mit Endverbrauchern zu verdanken. Das Geschäft mit Unternehmen, das zwei Drittel des PC-Marktes ausmacht, lahmt. Firmen, die in einem schwachen Konjunktur-Umfeld Arbeitsplätze abbauen oder selbst weniger verkaufen, brauchen auch weniger Computer. Dabei kann Dell als einer der wenigen PC-Hersteller sogar von der Flaute profitieren. Als Direktversender verkauft Dell seine Computer fast ausschließlich per Telefon, Internet und Fax. Eine teure Vertriebsstruktur ist nicht nötig. Daneben verfügt Dell über die effizientesten PC-Fabriken weltweit. Beides macht die Dell-Computer unschlagbar billig.

Unter den sinkenden Ausgaben der Firmen leidet auch der deutsche Softwarekonzern SAP. Der Marktführer bei betriebswirtschaftlichen Anwendungen musste einen Eibruch der Einnahmen für Software-Lizenzen von mehr als 20 Prozent hinnehmen. Die Lizenzeinnahmen sind besonders wichtig, weil sie Folgeaufträge für Schulung und Wartung nach sich ziehen. Das Fatale: SAP-Chef Hasso Plattner rechnet nicht mit baldiger Besserung. Man müsse sich dauerhaft auf weniger und kleinere Deals einstellen.

Trotzdem steht SAP immer noch deutlich besser da als die Konkurrenz. SAP hat in den vergangenen Jahren zahlreiche neue Anwedungen für das Internet entwickelt. Bei deren Verkauf kann sich der Konzern auf einen breiten Kundenstamm stützen. Die meisten Kunden stammen aus alteingesessenen Branchen wie dem Handel und der Industrie. Damit kommt SAP schneller und besser aus der Krise als andere.

Dell und SAP sind zwei Unternehmen, die sich besser entwickeln als der Markt. Für einen nachhaltigen Aufschwung des Hightechsektors an den Börsen stehen sie nicht.

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