Wirtschaft : Keine Kündigungen bei Opel

6000 Mitarbeiter gehen freiwillig / Gute Chancen für Vectra in Rüsselsheim

Rolf Obertreis

Frankfurt am Main - Beim angeschlagenen Autobauer Opel sind Entlassungen und Werksschließungen in Deutschland endgültig vom Tisch. Zudem werden 500 Stellen weniger abgebaut als bislang im Abfindungsprogramm vorgesehen war. Insgesamt werden noch im ersten Halbjahr nach Angaben von Opel 4500 der insgesamt rund 31 000 Mitarbeiter das Unternehmen freiwillig und verbunden mit der Zahlung von Abfindungen verlassen. Dabei erhalten sie im Schnitt rund 100 000 Euro. Weitere 1 500 Beschäftigte sollen 2006 und 2007 folgen. Die meisten der Betroffenen wechseln in Qualifizierungsgesellschaften.

Im Stammwerk in Rüsselsheim scheiden 2700 der 20 300 Mitarbeiter aus, in Bochum 1500 von 9300 und in Kaiserslautern 300 von 3900. Opel-Personal-Vorstand Norbert Küpper und Betriebsratschef Klaus Franz zeigten sich am Freitag mit dem Erreichten zufrieden.

Für Rüsselsheim und Kaiserslautern sei das Abfindungsprogramm für 2005 damit abgeschlossen, sagte Küpper am Freitag. In Bochum allerdings sollen 2006 und 2007 weitere 1500 Beschäftigte das Unternehmen freiwillig und mit der Zahlung von Abfindungen verlassen. Damit wäre die anstrebte Zahl von 6000 erreicht.

Ursprünglich hatten Opel und die Muttergesellschaft General Motors (GM) mit dem Sparprogramm das freiwillige Ausscheiden von 6500 Mitarbeitern ins Auge gefasst. Dem Betriebsrat ist es allerdings in den letzten Wochen gelungen, den Beschäftigungsabbau in Kaiserslautern und im Technischen Entwicklungszentrum (ITEZ) in Rüsselsheim um insgesamt 500 Stellen zu drosseln. Zusammen mit Vorruhestand und natürlicher Fluktuation werden bei Opel bis Ende 2006 insgesamt rund 9500 Jobs wegfallen.

Mit der Unterzeichnung der Abfindungsverträge ist allerdings erst ein Teil der von GM geforderten Sparmaßnahmen umgesetzt. Die Verhandlungen über die Einschnitte für die 25 000 Mitarbeiter, die im Unternehmen bleiben, laufen noch. Dabei geht es um Einschnitte bei Gehältern und den übertariflichen Leistungen sowie um flexiblere Arbeitszeiten.

Offen ist nach wie vor, ob das künftige Mittelklassefahrzeug von Opel und damit der Nachfolger des Vectra ab 2007 oder 2008 in Rüsselsheim vom Band läuft. Allerdings scheint das Stammwerk, wie aus Unternehmenskreisen zu hören ist, mittlerweile sehr gute Chancen gegenüber dem Saab-Werk im schwedischen Trollhättan zu haben, das lange Zeit von GM favorisiert wurde. Eine endgültige Entscheidung über den Produktionsstandort will das GM-Management noch im März verkünden.

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