Wirtschaft : Keine neuen Schulden trotz Krise

Berlin - Die Verbraucher in Deutschland sind einer Studie zufolge ohne neue Schulden durch die schwere Wirtschafts- und Finanzkrise gekommen. Der Trend zu einer geringeren Verschuldung sei ungebrochen. Nur 18 Prozent der Haushalte hätten 2009 überhaupt einen Konsumenten- oder Immobilienkredit bedienen müssen, nach dem Platzen der Internetblase vor zehn Jahren war es noch jeder fünfte Haushalt, teilte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) am Dienstag zu seiner Studie mit.

„Die Haushalte scheinen aus dem Platzen der Dotcom-Blase gelernt zu haben“, sagte DIW-Expertin Dorothea Schäfer. „Damals gab es deutlichere Effekte durch kreditfinanzierte Aktienspekulationen.“ Seitdem sei die Belastung durch Zinsen und Tilgung rückläufig.

Lediglich die Abwrackprämie für Altautos habe zum kreditfinanzierten Kauf von Pkw angeregt. Auch die niedrigen Zinsen hätten die Verbraucher nicht dazu bewegt, mehr Schulden aufzunehmen, sagte Schäfer. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Leitzins in der Euro-Zone in der Krise bis auf das Rekordtief von einem Prozent gesenkt. Im April dieses Jahres wurde der Zinssatz angesichts der steigenden Inflation erstmals seit fast drei Jahren wieder angehoben. Analysten rechnen mit einem weiteren Zinsschritt der Notenbanker im Sommer. rtr

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