Wirtschaft : Keine Versicherung für Ausländer Ergo soll Auto-Policen verweigert haben

Frankfurt am Main - Der nach einer Sex-Party und falschen Beratungen in die Kritik geratene Versicherer Ergo soll einem Medienbericht zufolge Ausländern Auto-Policen verweigert haben. Das berichtet das Magazin „Der Spiegel“ unter Berufung auf eidesstattliche Versicherungen von früheren Vertretern der Ergo- Tochter DAS. Kunden aus Ländern wie Italien, Polen und Russland hätten bei der Tochter der Münchener Rück bis mindestens Anfang 2010 intern als „unerwünschtes Risiko“ gegolten. Im Auszug aus einem internen Prüfkonzept von 2006 sei von einer „Kasko für Italiener“ zu lesen.

Ein Ergo-Sprecher sagte dem Magazin, dieses Papier sei nur ein Entwurf gewesen, der so nie zum Einsatz gekommen sei. Ergo verlange seit 1995 keine an die Nationalität des Kunden geknüpften Zuschläge. „Eine Auswertung unseres Bestandes ,Deutsche vs. andere Nationalitäten’ zeigt keine Ungleichbehandlung“, sagte der Sprecher.

Ergo ist seit längerem in den Schlagzeilen: Handelsvertreter der Sparte Hamburg-Mannheimer hatten 2007 in Budapest eine Sex-Party mit Prostituierten gefeiert. Außerdem hat Ergo seinen Kunden bei Riester-Verträgen zu hohe Kosten berechnet und deshalb jahrelang falsch bilanziert. Der Versicherer hat sich öffentlich für die Fehler entschuldigt und angekündigt, 14 000 Kunden zu entschädigen.

Die Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt inzwischen gegen zwei frühere Manager der Hamburg-Mannheimer. Bei der Strafanzeige gehe es um den Vorwurf der Untreue zum Nachteil des Unternehmens. Schon im Juni hatte die Staatsanwaltschaft Düsseldorf bestätigt, dass Ergo eine Strafanzeige wegen versuchter Erpressung erstattet hat. Diese Anzeige soll sich gegen zwei Rechtsanwälte und einen Geschäftsmann richten. rtr/dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar