Wirtschaft : Keiner will den Einstieg verpassen Doch US-Börsianer warten noch ab

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New York (pf). Wer sich am JanuarIndex orientiert, wird wohl 2003 als Jahr der Börsenerholung abschreiben müssen. Die Erfahrung besagt, dass die Tendenz im ersten Monat den Trend für das Gesamtjahr vorgibt. Der Dow-Jones-Durchschnitt für 30 Spitzenwerte fiel im Januar um 3,5 Prozent. Daran konnte der Anstieg am Freitag nichts ändern. Der breiter ausgerichtete Standard& Poor´s 500-Index verlor im Januar 2,7 Prozent und der technologielastige Nasdaq-Index 1,1 Prozent. Der Theorie zufolge müsste die Wall Street 2003 zum vierten Jahr in Folge einen Bärenmarkt erleben.

Trotz allem haben die Schwarzseher zurzeit an der Wall Street kein Meinungsmonopol. Viele Investoren seien mehr daran interessiert, wie hoch das Einstiegsrisiko ist, sagen Beobachter. „Jeder weiß, die Börse hat einen Boden gebildet und keiner will den Zug verpassen“, hieß es. Seit Beginn der Ergebnissaison zerren gegenläufige Strömungen am Markt. Fallen die Kurse, sprechen Pessimisten von einem Sog zum Oktobertief; steigen sie, sehen Optimisten darin ein Zeichen der größeren Risikobereitschaft der Anleger. Fest steht, die aggressiven Verkäufer sind trotz der zunehmenden Kriegsgefahr nicht mehr tonangebend. Etliche Unternehmen haben die Gewinnerwartungen von Analysten eingehalten wenn nicht gar überschritten. Und der Konjunkturindex der Einkaufsdirektoren aus Chicago war im Januar stärker gestiegen als erwartet und signalisierte damit größeres Wachstum in der Industrie.

Wall-Street-Analysten gehen weiter davon aus, dass die Gewinne der im Standard& Poor`s erfassten Unternehmen in 2003 gegenüber dem Vorjahr um knapp 13 Prozent steigen werden. Immer mehr Analysten verlegen aber ihre Aufschwungprognosen in die zweite Jahreshälfte. Dann, hoffen sie, werde sich der Schatten des als fast unvermeidlich erscheinenden Irak-Krieges verzogen haben.

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