Wirtschaft : Kempinski begrüßt Goldman Sachs

US-Einstieg als Signal: Hotellerie für Banken kein Risikosegment mehr / Neue Accor-Hotels in Berlin

Berlin (dw).Der Einstieg des US-amerikanischen Investmenthauses Goldman Sachs bei der traditionsreichen Hotelgruppe Kempinski hat eine weit über den Einzelfall herausreichende Bedeutung.Diese Aufassung vertrat der Generalbevollmächtigte der Kempiniski AG, Manfred Schönleben, am Mittwoch in München gegenüber dem Tagesspiegel."Bislang hatte die Hotellerie in der Bankenwelt den Ruf eines Bereiches mit hohem Risiko", erklärte Schönleben: "Der Einstieg eines so renommierten Investmenthauses bei Kempinski ist ein deutliches Signal an die Kreditwirtschaft, daß es hier einen Wandel gegeben hat." Er hoffe, daß sich die Banken gegenüber der Hotelwirtschaft künftig aufgeschlossener zeigen.Angesichts der angeschlagenen Eigenkapitalquote von Kempinski sei der neue, starke Hauptgesellschafter zu begrüßen.Am Vortag hatte Goldman Sachs 30 Prozent der thailändischen Hotelgruppe Dusit Thani übernommen, die rund 83 Prozent an der Kempinski-Kette hält."Die Markennamen Dusit und Kempinski haben für uns den Ausschlag gegeben", erklärte dazu der Direktor von Goldman Sachs (Asia), Henry Cornell. Die Kempinski AG betreibt weltweit 21 Hotels, neun davon in Deutschland."Damit ist Kempinski die einzige deutsche Hotelgruppe, die die Internationalisierung so stark voran getrieben hat", sagte Schönleben."Aber wir wollen auch in Deutschland weiter wachsen: Noch in diesem Jahr wird es das zehnte Kempinski in Deutschland geben." Den Standort wollte Schönleben nicht bekannt geben.Es werde jedoch kein Neubau, sondern eine Übernahme sein. Die französische Accor-Gruppe hat am Donnerstag zwei weitere Hotels in Berlin eröffnet.Das 50.deutsche Ibis-Hotel wurde in Berlin-Mitte eingeweiht, das 41.deutsche Etap-Hotel in Marzahn.Zur Zeit seien sechs weitere Projekte in der Region geplant, erklärte Accor-Sprecherin Sandra Hacia, allein in Berlin würden in den nächsten zwei Jahren weitere 40 Mill.DM investiert.Die Gruppe, zu der auch die Hotelketten Etap und Formule 1 gehören, setze auf eine wachsende Nachfrage nach preisgünstigen Übernachtungen in Deutschland.Accor wolle die Zahl der Hotels der drei Marken bis zum Jahr 2003 auf 240 mehr als verdoppeln. Für die Hotelgruppe Steigenberger ist das für 1997 angestrebte ausgeglichene Ergebnis jedoch in weite Ferne gerückt.Im ersten Quartal alg das Ergebnis vor Steuern um eine Mill.DM hinter der Planung zurück, sagte Vorstandsmitglied Kurt Greshake am Donnerstag in Frankfurt (Main).Um das Unternehmen wieder in eine Gewinnzone zu bringen, werde man aus einer kleinen Anzahl problematischer Hotels aussteigen und sich dafür stärker in neuen Hotels, vor allem in den neuen Bundesländern, engagieren.

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