Wirtschaft : Kernbereich von Heckert geht an Schweizer Firma

CHEMNITZ (dpa).Der Kernbereich des Chemnitzer Werkzeugmaschinenbauers Heckert wird an die Schweizer Starrfräsmaschinen AG, Starrag/Rorschacherberg verkauft.Das teilte der Geschäftsführer der Heckert Werkzeugmaschinen GmbH Bruno Kübler am Mittwoch mit.Der Verkauf hänge noch von der Zustimmung verschiedener Gremien ab, mit der aber fest gerechnet werde.

Die Übernahme betreffe den gesamten Bereich der horizontalen Bearbeitungszentren (Werkzeugmaschinen für die waagerechte Bearbeitung von Werkstücken) und einen Teil der mechanischen Fertigung.Ausgenommen sei der Geschäftsbereich Rundtaktmaschinen.Die übriggebliebenen Bereiche sollen an einen weiteren Investor verkauft werden.

Damit sei auch der Großteil der 370 Arbeitsplätze gerettet, hieß es.Ein geringer Anteil der Mitarbeiter könne in einer Beschäftigungsgesellschaft aufgefangen werden.Ein endgültiges Personalkonzept werde in den nächsten Wochen erarbeitet.

Die Heckert Chemnitzer Werkzeugmaschinen GmbH (HCW) hatte im Herbst 1996 trotz guter Auftragslage die Gesamtvollstreckung angemeldet, nachdem das baden- württembergische Mutterunternehmen Traub AG, Reichenbach/Fils, einen Vergleichsantrag gestellt hatte.Die alte Heckert-Gesellschaft konnte keine Kredite mehr aufnehmen.Im Frühjahr wurde die Auffanggesellschaft Heckert Werkzeugmaschinen GmbH gegründet.Als voraussichtlicher Zeitpunkt der Übernahme sei der 31.Juli 1998 vorgesehen, sagte Heckert-Geschäftsführer Kübler.Mit der Starrag sei ein weltweit operierendes Unternehmen mit einem Exportanteil von 90 Prozent gefunden worden.Für beide Unternehmen ergeben sich Kübler zufolge Vorteile: Die Starrag könne traditionelle Geschäftsfelder verstärkt bearbeiten und zum Komplettanbieter für die Schaufelindustrie werden.Heckert könne wegen der geringen Produktüberschneidungen seine gesamte Palette beibehalten und zudem das Vertriebsnetz der Schweizer nutzen.Kübler sagte, Heckert sei mit dem Verkauf nicht nur am Ziel, sondern habe für die eigene Zukunftssicherung als sächsischer Werkzeugmaschinenhersteller ein "Traumziel" erreicht.Heckert habe jetzt einen finanziellen Rückhalt, um auch schwierige Zeiten zu überstehen.

Der Heckert-Betriebsrat begrüßte den Verkauf an das Schweizer Unternehmen als "seriöse Lösung".IG Metall und Betriebsrat seien zwar immer für einen Verkauf des gesamten Unternehmens gewesen, doch das Machbare sei gemacht worden, sagte Betriebsrat Gerhard Sonntag.Die Zahl der zu übernehmenden Mitarbeiter hänge von den Umsatzerwartungen des Käufers ab.Heckert war bislang von 100 Mill.DM und schwarzen Zahlen im laufenden Jahr ausgegangen.

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