Wirtschaft : KfW verbürgt Kredite in Rekordhöhe

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Frankfurt (Main) (ro). Die bundeseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) entlastet Banken und Sparkassen immer stärker von Risiken und Kosten aus Mittelstandskrediten und aus Krediten für den privaten Wohnungsbau. Die Verbriefung und damit die Bündelung solcher Forderungen in Form von Wertpapieren, die am Kapitalmarkt platziert werden, entwickelt sich zu einem ungeahnt stark gefragten und erfolgreichen Instrument, sagte KfW-Vorstandssprecher Hans Reich am Mittwoch in Frankfurt.

Bis Ende Juli werden die Verbriefungsprogramme ein Volumen von 14 Milliarden Euro erreichen und damit das für das gesamte Jahr ursprünglich geplante Ziel von zehn bis zwölf Milliarden Euro schon deutlich übertreffen. „Damit entlasten wir die Banken und erhöhen ihre Bereitschaft, neue Kredite für den Mittelstand und den Wohnungsbau auszugeben“, sagte Reich.

Allerdings halten sich die Institute trotzdem mit der Ausgabe neuer Mittelstandskredite zurück, wie der KfW-Chef betont. Seit Ende 2000 bündelt die KfW Mittelstandskredite, seit Oktober 2001 auch Kredite für den Wohnungsbau. „Wir können schon jetzt von einem großen Erfolg sprechen“, sagt Reich. 2001 lag das Volumen insgesamt bei 8,6 Milliarden Euro, in den ersten sechs Monaten kamen wegen der großen Nachfrage bei den Banken weitere 7,6 Milliarden Euro hinzu. Allein in diesem Juli steigt das Volumen um weitere 6,5 Milliarden Euro. Für den Rest des Jahres rechnet Reich mit weiteren Verbriefungen von fünf bis acht Milliarden Euro.

Künftig will die KfW durch besondere Verbriefungsformen verstärkt auch Sparkassen und Volksbanken ansprechen, weil dort die Hauptlast der Mittelstandsfinanzierung liege. Das bislang mit den Verbriefungsprogrammen bei den Banken ausgelöste zusätzliche Kreditvolumen lässt sich nach Angaben des KfW-Chefs nicht beziffern. Seinen Erkenntnissen zufolge halten sich die Banken weiter mit der Unterstützung des Mittelstandes zurück: „Die Verbriefungsprogramme allein reichen sicherlich nicht, um die Banken anzustoßen." Reich verweist auf die Renditeprobleme der Geldhäuser, auf die Tatsache, dass vor allem bei den Großbanken der Mittelstand nicht mehr im Vordergrund steht, und auf die anhaltend flaue Konjunktur mit der Folge von vermutlich 40 000 Pleiten in diesem Jahr.

Dazu käme eine neue Risikoeinschätzung durch die geplanten strengeren Eigenkapitalrichtlinien (Basel II). All dies erhöhe die Risikobereitschaft der Banken mit Sicherheit nicht. Die KfW versucht dieser Entwicklung nicht nur mit ihren Verbriefungsprogrammen entgegen zu wirken. Sie verstärkt auch ihre eigene Mittelstandsförderung. Dies ist auch ein Grund dafür, dass das Volumen der Kreditzusagen der KfW im ersten Halbjahr um 20 Prozent gestiegen ist.

Auch wegen der insgesamt sehr starken Nachfrage nach Förderkrediten, aber auch nach Investitions- und Exportkrediten für die Wirtschaft wird die KfW in diesem Jahr insgesamt etwa 45 bis 50 Milliarden Euro über verschiedene Anleihen am Kapitalmarkt aufnehmen. Allein in den ersten sechs Monaten waren es nach Angaben von Reich bereits 28,6 Milliarden Euro.

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