Wirtschaft : Kfz-Markt: Autokauf bald auch per Katalog und im Kaufhaus möglich

Autos werden in Zukunft möglicherweise auch bei Tchibo, in Kaufhäusern oder im Versandhandel zu haben sein. Nach Zeitungsberichten plant die EU-Kommission die Abschaffung der so genannten Gruppenfreistellungs-Verordnung (GVO), die den Fahrzeugvertrieb auf Vertragshändler beschränkt und damit das System der kaum veränderbaren Listenpreise sanktioniert. Falls Brüssel die GVO im Jahr 2002 nicht verlängern sollte, könnten Neuwagen im dann freien Handel sehr viel preiswerter angeboten werden.

Anzeichen, dass die EU-Kommission die GVO streichen wird, sehen Experten in dem jüngsten Urteil des Europäischen Gerichtshofs gegen die Volkswagen AG. Der Autokonzern muss 176 Millionen Mark Strafe zahlen, weil er Anfang der 90er Jahre verhindert hatte, dass italienische Volkswagen-Händler ihre dort preiswerteren Neuwagen auch an deutsche Kunden verkaufen. Zudem arbeitet die Brüsseler Behörde dem Bericht zufolge mit Hochdruck an einer Liberalisierung des Automarktes. "Diese Vertriebskontrolle ist weder zum Vorteil der Kunden noch der Händler", zitierte das Blatt EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti.

Die Kauf- und Versandhäuser sowie andere Handelsketten wären nach Angaben von verschiedenen Zeitungen daran interessiert, auch Autos zu vertreiben. "Wir würden schon heute Neuwagen ins Sortiment aufnehmen. Es scheitert nur daran, dass die Hersteller uns noch nicht beliefern", sagte Lothar Pollmann vom Vorstand des Einzelhandelsriesen Marktkauf. Tchibo-Sprecherin Alexandra Grabner: "Wir trauen uns auch zu, Autos zu verkaufen. Es gibt nichts, was Tchibo nicht in Erwägung zieht." Nach einer Europa-Studie der Stiftung Warentest würde freier Wettbewerb auf dem Automarkt die Neuwagenpreise um rund 25 Prozent drücken.

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