Wirtschaft : Kfz-Versicherungen könnten teurer werden

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Die Münchner Allianz AG will Kfz-Versicherten genauer auf die Finger sehen. Weil im Vorjahr die Verluste in der Autoversicherung stark gestiegen sind, will der Assekuranz-Konzern künftig umfassender prüfen, ob Rabatte von Kunden zu Recht in Anspruch genommen werden, kündigte der Chef der inländischen Allianz Sachversicherungsgruppe, Reiner Hagemann, zur Bilanzvorlage in München an. Vor allem im Schadensfall würden Kriterien wie die jährlich gefahrenen Kilometer verifiziert. Auch eine erneute Prämienerhöhung könnte auf Kfz-Versicherte zukommen. Der mit 18,5 Prozent Marktanteil führende Kfz-Versicherer Deutschlands werde die Lage bis März beobachten und dann über eine Erhöhung der Tarife entscheiden, sagte Allianz-Manager Friedrich Caspers. Zu diesen Schritten zwinge ein fast ruinöser Wettbewerb. Der Verlust aus dem Verkauf von Kfz-Policen vergrößerte sich im vergangenen Jahr von 45 auf 285 Millionen Mark. 2000 soll die Trendwende bringen. Zusätzlich sei man von den in Mitteleuropa wütenden Stürmen 1999 "ordentlich durchgerüttelt, aber nicht zerzaust worden," sagte Hagemann.

So sank zwar das versicherungstechnische Ergebnis über alle Sparten von 431 auf 300 Millionen Mark. Weil das aus Finanzanlagen gespeiste allgemeine Ergebnis aber von 1,45 auf 1,81 Milliarden Mark zulegen konnte, wuchs das Vorsteuerergebnis unter dem Strich dennoch von 1,9 auf 2,1 Milliarden Mark. Wegen einer stark gestiegenen Steuerquote liefere der Sachversicherer für 1999 dennoch weniger Nachsteuergewinn bei seiner Mutter ab, sagte Hagemann. Insgesamt sei 1999 damit "zufriedenstellend" verlaufen. Im laufenden Jahr rechnet er mit einem nicht bezifferten Umsatzwachstum und auch einem besseren Ergebnis.

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