Kindle : Amazon rüstet sich gegen Apples iPad

Amazon nimmt die Herausforderung von Apple an und rüstet sein elektronisches Lesegerät nach. Der Kindle soll einen Touchscreen bekommen

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Das iPad mit seinem brillanten Bildschirm eignet sich hervorragend als digitales Fotoalbum. Auch Bücher, Zeitschriften und...X80001

DüsseldorfDüsseldorf - Amazon nimmt die Herausforderung von Apple an und rüstet sein elektronisches Lesegerät Kindle nach. Nach Informationen der „New York Times“ hat der weltgrößte Internet-Händler die junge US-Firma Touchco gekauft, die berührungsempfindliche Bildschirme entwickelt. Mit der Touchco-Technik wäre Amazon nach Expertenmeinung in der Lage, schnell ein echtes Konkurrenzprodukt zum Apple iPad auf den Markt zu bringen. Apples neuer Tablet-PC iPad soll Ende März in die Läden kommen und wendet sich speziell an die Buch- und Zeitungsindustrie. Ein Markt, den auch Amazon gezielt mit seinem Kindle DX angreifen will. Weder Amazon noch Touchco wollten auf Anfragen die Übernahmegerüchte kommentieren. Von der Touchco- Webseite sind allerdings inzwischen alle Inhalte gelöscht.

Amazon gilt mit seinem Kindle als Pionier des Handels mit elektronischen Büchern und verfolgt strategisch das gleiche Ziel wie Apple: Aufbau einer geschlossenen Wertschöpfungskette aus eigener Hard- und Software sowie dazugehörigem Online-Medienshop. Wer eine solche Kette beherrscht, wie aktuell Apple mit seinem weltweit führenden Online-Shop iTunes den digitalen Musikvertrieb, beherrscht ganze Märkte. Allein im vierten Quartal 2009 setzte Apple mit iTunes bereits mehr als eine Milliarde Dollar um. Das gesamte Geschäft mit elektronischen Büchern und Lesegeräten von Amazon beläuft sich dagegen noch auf weniger als drei Prozent des Gesamtumsatzes von rund 24,5 Milliarden Dollar in 2009, sagt die Marktforschungsgesellschaft Benchmark Co.

Wie nervös Amazon ist, zeigt eine Episode vom Wochenende. Nachdem der US-Verlag MacMillan höhere Verkaufspreise für seine Bücher durchsetzen wollte, boykottierte Amazon MacMillan- Werke zunächst, akzeptierte die neuen Bedingungen nun aber doch. Praktisch alle großen US-Verlage wollen jetzt Neuverhandlungen, heißt es in Verlagskreisen. Die Drohung: Man gehe sonst exklusiv zum Apple Bookstore. pos (HB)

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