Wirtschaft : Kingfisher steigt bei Hornbach ein

rv/fmd

Kingfisher-Chef Sir Geoffrey Mulcahy ist eine handfeste Überraschung gelungen: Am Dienstag teilte er mit, dass die Kingfisher Plc, London, eine Allianz mit der deutschen Baumarktkette Hornbach Holding AG in Bornheim/Pfalz eingehen wird. Bislang hatte Hornbach Verkaufsgerüchte stets dementiert. Der britische Handelskonzern kauft der Familie Hornbach 25 Prozent (plus einer Aktie) ihrer vier Millionen Stammaktien ab und bekommt damit Einfluss auf die Unternehmenspolitik. Die Gründerfamilie hält bisher 50 Prozent des Grundkapitals - das sind alle Stammaktien. Kingfisher konzentriert sich auf die Geschäftsfelder Bau- und Elektrofachmärkte und will in beiden Segmenten Europas Nummer eins werden.

Die von freien Aktionären gehaltenen vier Millionen stimmrechtslosen Vorzugsaktien seien von dem Geschäft nicht berührt, teilte Hornbach mit. Die Kartellbehörden müssen der britisch-deutschen Baumarkt-Allianz noch zustimmen. Als Reaktion auf die Ankündung legten die Vorzugsaktien der Hornbach Holding gestern um fast neun Prozent zu. Die Kingfisher-Aktie stieg im Handelsverlauf um 4,3 Prozent.

Dass Kingfisher-Chef Mulcahy auf dem größten Heimwerker-Markt Europas Fuß fassen will, ist seit langem bekannt. Nach Informationen von Frankfurter Analysten hat er bereits Gespräche mit dem Branchen-Primus Obi, einer Tochter der Mülheimer Tengelmann-Gruppe geführt. Mit dem Branchenzweiten Praktiker, einer Tochter des Düsseldorfer Metro-Konzerns, hat Kingfisher gleichfalls ergebnislos verhandelt.

"Hornbach ist das beste Unternehmen der Branche", urteilt Joachim Bernsdorf, Analyst der Fortis Investment Research. Während der gesamte Markt in diesem Jahr mit großen Problemen zu kämpfen habe, sei Hornbach gewachsen. Das belegen auch die Marktzahlen: Der Bundesverband Deutscher Heimwerker-, Bau- und Gartenfachmärkte (BHB) prognostiziert für die Branche in diesem Jahr ein bescheidenes Plus von 0,3 Prozent. Hornbach erwartet mit seinen 90 Baumärkten in fünf Ländern einen Umsatzzuwachs von 9,6 Prozent auf 3,4 Milliarden Mark.

0 Kommentare

Neuester Kommentar