Wirtschaft : Kinoflaute zieht Constantin in Mitleidenschaft

Gewinneinbruch im dritten Quartal Immer mehr Kinosessel bleiben leer

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Berlin (mot/avi). Die Flaute im Kinogeschäft verschärft die Ertragsprobleme des Produzenten und Verleihers Constantin Film. Wie Constantin am Donnerstag in München mitteilte, brach der Bruttogewinn in den ersten neun Monaten des Jahres von zwölf auf 1,7 Millionen Euro ein. Der Umsatz schrumpfte um ein Viertel auf 70 Millionen Euro. Unter dem Strich verbuchte Constantin einen Fehlbetrag von 5,8 Millionen Euro – nach einem Minus von 7,4 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die Aktie notierte am Nachmittag unverändert bei 3,71 Euro.

Für das Gesamtjahr bleibt das Unternehmen bei seiner im August revidierten Prognose: Der Umsatz soll auf mehr als 100 Millionen Euro Umsatz steigen, der Verlust bei acht bis zwölf Millionen Euro vor Zinsen und Steuern liegen. Dass sich Constantin Hoffnungen auf eine Belebung des Kinogeschäfts im kommenden Jahr macht, dokumentieren die deutlich gestiegenen Investitionen in das Filmvermögen. Im Jahresvergleich erhöhten sie sich um 137 Prozent auf ein Gesamtvolumen von 79 Millionen Euro. Davon entfiel der Großteil auf Eigenproduktionen.

Mit dem optimistischen Ausblick steht Constantin Film nicht allein. Zwar präsentierte die Filmförderanstalt am Dienstag in Berlin trübe Zahlen für die Kinobranche in den ersten neun Monaten 2003, stellte aber ein besseres Filmjahr 2004 in Aussicht. Bis Ende September gingen bundesweit 102 Millionen Besucher in die Kinos, 14,1 Millionen weniger als im Vorjahreszeitraum. Dramatisch war der Rückgang im Juli: Während die Deutschen das herrliche Wetter genossen und sich die Berliner an den neuen Strandparadiesen aalten, brachen die Besucherzahlen um 33,4 Prozent ein. Den Besucherrückgang insgesamt führt Johannes Klingsporn, Geschäftsführer des Verbandes der Filmverleiher, jedoch nicht nur auf die Wirtschaftsflaute und den Supersommer zurück: „Die Originalität der amerikanischen Filme ließ dieses Jahr zu wünschen übrig, vor allem weil es sehr viele Serienfilme gab.“ Doch auf die Filme des kommenden Jahres könne sich das Publikum freuen.

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