Wirtschaft : Kinos hoffen auf die Sternenkriege

Schwaches Filmangebot lockt weniger Besucher an

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Düsseldorf Für die deutschen Kinobetreiber hat 2005 schwach begonnen: Im ersten Quartal kamen weniger Menschen in die Kinos als im Vorjahreszeitraum. Grund ist das schwache Filmangebot. Die Kino- Ketten hoffen mit dem Start des letzten Teils der Blockbuster-Serie „Star Wars“ am 19. Mai auf bessere Zahlen. Dennoch könnten die Einnahmen im Gesamtjahr unter dem Niveau von 2004 bleiben.

Die Besucherzahl sei in den ersten drei Monaten 2005 auf 35,6 Millionen zurückgegangen, sagte die Filmförderanstalt (FFA) dem Handelsblatt. Sie liege damit um 3,6 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum. Der Umsatz an den Kinokassen schrumpfte um 3,7 Prozent auf 204,9 Millionen Euro. „Die ersten Monate 2005 waren nicht berauschend“, sagte Jan Oesterlin, Sprecher des Marktführers Greater Union Filmpalast („Cinestar“). Anders als Anfang 2004 sei kein attraktiver Film wie „Herr der Ringe“ gelaufen. Ab Mai starteten jedoch einige Filme, die auf ein breites Publikum zielten.

Diese reichten jedoch möglicherweise nicht aus, um erneut so viele Menschen wie 2004 in die Kinos zu locken, sagte ein Cinemaxx-Sprecher. 2004 waren die Umsätze nach zwei sehr schwachen Jahren wieder um 5,1 Prozent geklettert. Auch UCI, Betreiber von 19 deutschen Kinos, ist pessimistisch. „Vor allem der Mangel an großen deutschen Filmen lässt uns zweifeln“, sagte Marketing-Chef Thomas Schülke. Im vergangenen Jahr hatte der deutsche Film den höchsten Marktanteil seit 15 Jahren erreicht. 2005 sind Erfolge wie „(T)Raumschiff Surprise“ noch nicht abzusehen.

Die Kinoketten kämpfen seit 2002 gegen rückläufige Besucherzahlen. 2004 schritt daher die Konsolidierung voran: Greater Union stieß Teile der Ufa-Kette ab, Cinemaxx entledigte sich seiner drückenden Schuldenlast durch den Einstieg der Tele München Gruppe, der Finanzinvestor Terra Firma übernahm die britische UCI.

Und noch eine Neuerung begann 2004. Erstmals liefen viele attraktive Filme im traditionell besucherschwachen Sommer. Der Grund: Die Verleiher wollen verhindern, dass Raubkopien aus den USA über das Internet nach Europa gelangen. Daher starten die Filme weltweit gleichzeitig. In den USA ist der Sommer Kinosaison, weil dort viele Menschen in den klimatisierten Kinosälen Abkühlung suchen. „Die neue Regelung hat 2004 wunderbar funktioniert. Allerdings wissen wir nicht, ob im Winter mehr Kinobesucher gekommen wären“, sagte Oesterlin. Auch dieses Jahr starten Blockbuster wie Steven Spielbergs „Krieg der Welten“ im Sommer. cuk/HB

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