Wirtschaft : Kinowelt sichert sich Fußballrechte

MÜNCHEN (rtr).Die Kinowelt Medien AG baut ihr Film-Vermarktungsgeschäft aus und will auch in das Geschäft mit Übertragungsrechten für Top-Fußballspiele einsteigen.Der Börsenneuling erklärte am Dienstag in München, er habe von der zur Kirch-Gruppe gehörenden Taurus Film die Verwertungsrechte für Video und das neue Speichermedium DVD am gesamten Kirch-Filmarchiv mit über 5000 Filmen gekauft.Zudem sei das Unternehmen mit namhaften deutschen Fußball-Clubs im Gespräch, um sich Übertragungsrechte für Top-Fußballspiele zu sichern.

Nach etlichen Firmenzukäufen in jüngster Zeit erwarte Kinowelt für 1998 nun knapp 200 Mill.DM Umsatz - rund 30 Mill.DM mehr als bislang geschätzt, erklärte der Vorstand des Unternehmens.Der Gewinn je Aktie wurde auf 1,80 DM prognostiziert, um 57 Pfennig höher als bisher.Die Kinowelt-Aktien stiegen am Dienstag am Frankfurter Neuen Markt zwischenzeitlich um bis zu 29 DM auf 268 DM.

Für die Verwertungsrechte am Kirch-Archiv habe Kinowelt einen Betrag bezahlt, der "ganz erheblich" unter 100 Mill.DM liege, sagte Vorstandsmitglied Michael Kölmel.Zum Bestand des Archivs zählten Klassiker wie "La Strada" und "Citizen Kane", aber auch Fernsehproduktionen wie "Kommisar Rex".Kinowelt habe zudem die Pandora Filmverleih KG gekauft, die 1997 rund 20 Mill.DM umsetzte.Damit sei Kinowelt der größte unabhängige Filmverleih in Deutschland.Schon in den letzten Wochen hatte das Unternehmen eine ganze Reihe von Firmen gekauft und dafür nach eigenen Angaben knapp 20 Mill.DM gezahlt.Besonders wichtig sei der Kauf der Atlas Air mit rund 20 Mill.DM Jahresumsatz gewesen, erklärte das Unternehmen.Diese sei Monopolist im ausbaufähigen Film-Zuliefergeschäft an Airlines in Deutschland und Österreich.Weiter Zukäufe seien geplant.

Über den Kauf von Übertragungslizenzen für einzelne Top-Fußballspiele in der Bundesliga oder im Europapokal sei Kinowelt bereits mit namhaften Clubs im Gespräch, sagte Kölmel.Der Vorstand gehe davon aus, daß die Vereine bald auch Spiele der Bundesliga, wie jetzt schon Europapokal-Spiele, eigenständig vermarkten könnten.

Der Börsengang im Mai diesen Jahres und die Ausgabe von Optionsscheinen hat der Kinowelt laut Finanzvorstand Eduard Unzeitig einen Mittelzufluß von rund 150 Mill.DM gebracht.Allein aus den 500 000 Optionsscheinen, die weitgehend bereits in Aktien gewandelt worden seien, seien dem Unternehmen 95 Mill.DM zugeflossen.Damit sei die Eigenkapitalschwäche behoben, Kinowelt habe inzwischen eine Eigenkapitalquote von über 50 Prozent.Der Vorstand hob hervor, daß die Gesellschaft beim Erwerb von Filmrechten schon im ersten Jahr 75 Prozent der Kaufsumme zu Lasten des Ergebnisses abschreibe.

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