Wirtschaft : Kirch contra Breuer

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Der Medienkaufmann Leo Kirch und eine Tochtergesellschaft seines Teilkonzerns Kirch Beteiligungen haben gegen den Chef der Deutschen Bank, Rolf Breuer, Strafanzeige wegen des Verrats von Geschäftsgeheimnissen und Verleumdung gestellt. "Zeitnah" auf die am Freitag beim Landgericht Frankfurt eingereichte Strafanzeige werde außerdem eine Schadenersatzklage gegen Breuer folgen, die auf eine "sehr substanzielle" Summe lauten soll, kündigte ein Sprecher von Kirch am Sonnabend an. Weitere Details wollte er allerdings noch nicht nennen. In Branchenkreisen wird über eine dreistellige Millionensumme spekuliert.

Kirch habe mit der Klage lange gezögert, heißt es. Namhafte Juristen und Vertreter der Finanzbranche hätten ihm aber massiv dazu geraten. Die Kirch-Gruppe ist bei Banken mit 7,5 Milliarden Euro und bei der Deutschen Bank mit 720 Millionen Euro verschuldet. Vor dem Anfang April gestellten Insolvenzantrag des Teilkonzerns Kirch Media habe Breuer ohne Ermächtigung diverse Details zu Kirch-Krediten genannt und darüber hinaus die Kreditwürdigkeit der hoch verschuldeten Gruppe angezweifelt. Anfang Februar hatte Breuer in einem TV-Interview gesagt, die Banken seien sei seines Wissens nicht mehr bereit, der Kirch-Gruppe auf unveränderter Basis weitere Fremd- oder Eigenmittel zu Verfügung zu stellen. In der Kirch-Gruppe heißt es, Breuer habe mit diesen Äußerungen in der Öffentlichkeit erst den Stein ins Rollen gebracht, der mit dem Insolvenzantrag der Kirch Media seinen vorläufigen Höhepunkt gefunden hat.

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