Wirtschaft : Kirch gibt sich für die d-box zuversichtlich

MÜNCHEN (tmh).Die Kirch-Gruppe will bis Ende März 1999 alle beim finnischen Nokia-Konzern bestellten Empfänger für Digital-TV (d-Box) verkauft haben.Das versicherte der Geschäftsführer der Kirch-Tochter Beta Research GmbH, Unterföhring, Manuel Cubero bei der Fachmesse Systems in München.

Knapp eine halbe Million d-Boxen seien über die Sender Premiere und DF 1 in den Haushalten installiert.Gut 10 000 Geräte habe die Kirch-Tochter Beta Business TV, Unterföhring, an Unternehmen für deren Firmenfernsehen geliefert.Für die verbleibenden gut 400 000 Digitalempfänger aus Nokia-Produktion bestünden verbindliche Lieferverträge mit Premiere, DF 1, Beta Business TV und der Deutschen Telekom AG, sagte Cubero.Zudem vergebe Kirch noch dieses Jahr zwei weitere Lizenzen für die Produktion der im eigenen Haus entwickelten d-Box.Er rechnet damit, daß die Konkurrenzprodukte zum heutigen Nokia-Modell im Laufe des Jahres 1999 in den Handel kommen und Preissenkungen auslösen.Binnen drei Jahren könne der Preis für eine d-Box von heute knapp 1000 DM auf "nahe 500 DM" fallen.Die Nokia-Geräte hatte der Medienkaufmann Leo Kirch 1995 auf eigene Rechnung über seine Tochter für Digitaldienstleistungen Beta Digital GmbH, Unterföhring, zum Preis von mutmaßlich rund einer Mrd.DM bestellt, um sie seinerseits an DF 1 oder Premiere zu verkaufen.Dieses Geschäft geriet bald ins Stocken und machte die Bestellung bei Nokia zum kapitalverzehrenden Risiko, wie Cubero heute einräumt.

Zum einen bleibt die Entwicklung des hoch defizitären und vor einer ungewissen Zukunft stehenden Kirch-Senders DF 1 mit bislang 210 000 Kunden bis heute weit hinter urspünglichen Plänen zurück.Zum anderen verzögerte ein Gesellschafterstreit zwischen Kirch und der Bertelsmann AG, Gütersloh, zeitweise die Einführung der d-Box beim gemeinsamen Sender Premiere, der derzeit 250 000 digitale Empfänger im Einsatz hat.

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