Wirtschaft : Kirch-Gruppe: Fit für den Sprung an die Börse?

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Die Ismaninger Kirch Media GmbH & Co KGaA steht als Herzstück der gesamten Kirch-Gruppe in einer Phase starker Umsatz- und Gewinnzuwächse. Mit der Bildung einer TV-Senderfamilie, der Bündelung aller Sportrechteaktivitäten und dem Aufbau einer Internetplattform sei die konzernweit für TV-Rechtehandel, frei empfangbares Fernsehen und Filmproduktion zuständige Holding auf die Zukunft vorbereitet, sagte Geschäftsführer Dieter Hahn zur Bilanzvorlage in München. Nächster Schritt sei im zweiten Halbjahr 2001 ein Börsengang der Kirch Media. Die letzte Entscheidung darüber liege beim Hauptaktionär Leo Kirch, stellte Mitgeschäftsführer Jan Mojto klar. Der werde auch nach einem Börsengang die Mehrheit halten.

Die Holding sei "absolut fit" für den Kapitalmarkt, ergänzte Finanzchef Herbert Schroder. "Wir schauen auf den Dax", gab er die Marschrichtung vor. Vor dem Gang aufs Parkett könnte noch Rupert Murdoch, der mit Leo Kirch schon im Bezahlfernsehen kooperiert, bei Kirch Media mit ins Boot geholt werden. Grund dafür ist der von Murdoch kontrollierte Sender tm3, an dem Kirch Media Interesse hat, wenn er zu vernünftigen Bedingungen zu haben sei, räumte Mojto ein. Der Münchner Sender sei als weiteres Element in der aus Sat 1, Pro 7, Kabel 1 und N24 bestehenden Senderfamilie vorstellbar und profitabel zu führen. Dem Vernehmen nach soll tm3 zu einer Art Internet-Sender umgebaut werden.

Im laufenden Jahr wird erst einmal die früher von Kirchs Sohn Thomas Kirch gehaltene Mehrheit an der Pro Sieben-Gruppe in der Kirch Media integriert. Das wird zu prozentual zweistelligen Zuwächsen bei Umsatz und Gewinn führen. Der Konzernumsatz werde bei Kirch Media 2000 auf weit über fünf Milliarden Mark wachsen und der Gewinn überproportional zulegen, sagte Schroder. 1999 waren die Erlöse um sieben Prozent auf knapp vier Milliarden Mark gewachsen, während sich die Nachsteuergewinn auf 397 Millionen Mark fast versiebenfachten. Dabei schlugen per saldo 125 Millionen Mark Sonderfaktoren positiv zu Buche. Angesichts guter Ertragsperspektiven seien die 3,67 Milliarden Mark kurzfristiger Bankschulden der Gruppe kein Problem, meinten die drei Manager. Allein in Programmbeschaffung würden in den nächsten drei Jahren 8,5 Milliarden Mark investiert, nach 5,4 Milliarden in den beiden vergangenen Jahren.

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